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Kritik: Marlene (1999)


"Die Legende. Der Mythos. Der Film“, verspricht der Untertitel, und schon die ersten Filmsekunden von "Marlene“ zeigen, dass Katja Flint ihrem sehr anspruchsvollen Part vollauf gewachsen ist. Doch Christian Pfannenschmidts zu platt geratenes Drehbuch macht Flints Bemühungen zunichte.
Sepp Vilsmaiers Kinobiografie des deutschen Superstars Marlene Dietrich ist leider nur ein opulenter Bilderbogen. Dialoge und Dramaturgie sind bestenfalls auf Fernsehfilm-Niveau. Oscar-Preisträger Rolf Zehetbauer konnte, einem Millionenbudget sei Dank, bei seiner Ausstattung zwar aus den Vollen schöpfen, jedoch, was hilft's: Die Handlung plätschert nur dahin, während der Regisseur gekonnt in Bildern schwelgt und sich Deutschlands Schauspieler-Elite vor der Kamera umsonst bemüht.
Zu allem Überfluss mutiert das spannungslose Drama rasch zu einer Edelschnulze, die (im Ergebnis folgenlose) Seitensprünge ihrer Titelheldin aneinanderreiht. Echte Konflikte, die das Publikum bewegen könnten, sind da nicht auszumachen – das Epos ist nur eine Seifenoper.




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