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Kritik: Shang-High Noon (2000)


Jackie Chan ist nicht mehr der Jüngste, und man merkt es seinen Filmen auch an. In "Rush Hour" schaltete er schon einen Gang herunter, und auch in seinem neuesten Film "Shang-High Noon" kann man mit Sicherheit nicht von einem wahren Feuerwerk an Action sprechen. Dennoch haben beide Filme etwas gemeinsam: Jackies Charme und Humor kommen besser denn je zur Geltung. Was als Kaschierung der weniger spektakulären Action gedacht ist, wird zum eigentlichen Pluspunkt.

"Shanghai Noon", so der etwas weniger offensichtlich anspielende Originaltitel, ist eine rein amerikanische Produktion. Viele werden hier gleich wieder die Nase rümpfen, vor allem Jackie Chan-Puristen, bei denen in den "Golden Harvest"-Produktionszeiten sowieso alles besser war. Dennoch erscheint sein neuer Film etwas zugänglicher, legt er doch mit seiner Handlung auch andere Fährten und baut nicht nur auf den Stunts der Hauptfigur auf.

Die Story ist so klischeereich, wie eine Vermischung aus Eastern und Western nur sein kann. Aber gerade dies ist die Qualität des Filmes. Der noch immer mit genug spektakulären Szenen ausgestattete Film funktioniert vor allem aus der Parodie des westlichsten aller westlichen Genres, auch indem er eben mit der absoluten Verkörperung aller Eastern-Helden, Jackie Chan, einen wunderbar ironischen Fremdkörper zur Verfügung hat. Dieser tritt gegen so ungefähr alles an, was sich im Wilden Westen nach Genre-Regeln so bewegt, und gerade im Saloon läßt es sich doch wunderbar kämpfen, auch asiatisch.

Wer somit über genug Genre-Vorwissen verfügt, und das dürfte jeder sein, der schon einmal ein Western gesehen hat, der wird hier also mustergültig bedient. Wer aber sogar ein paar von den eher unbekannteren Darsteller kennt (Lee Van Cleef) oder sogar die Fachbegriffe zuordnen kann (Mexican Standdown), der wird sich die größte Zeit wirklich köstlich amüsieren. Dann stören auch die wenigen Längen nicht, ebensowenig wie die immer wieder auftretenden Standard-Storykonstrukte, die einen wohl nicht mehr vom Hocker reißen können. Zusammen mit den paar feinen Stunts ergibt dies einen sehr unterhaltsamen Film, der freilich eine sehr geringe Halbwertszeit im Gedächtnis seiner Zuschauer haben wird. Dies stört während des Films aber nicht und ergibt somit bestimmt einen unterhaltsamen Kinoabend, der bei einer gemütlichen Kneipenrunde am Ende bestimmt für einen schönen Tagesabschluss sorgen kann.





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