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Kritik: Schneefrei (1999)


Immer wieder tauchen in den Staffeln der Verleiher Filme auf, deren Veröffentlichungs- bzw. Startdatum nach der ersten Ankündigung im Zweimonate-Rhythmus nach hinten verschoben wird. Nach zweimaliger Verschiebung kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass nach erneuter Prüfung das kommerzielle Potential des Werkes als zu unergiebig eingestuft wurde und die Rechte an die nächste Vermarktungsschiene, also Video, weitergereicht wurden. Oftmals ist die Einschätzung nicht verkehrt, hin und wieder aber werden uns leider cineastische Kleinode vorenthalten. Und dann gibt es noch den dritten ausgesprochen seltenen Fall, dass ein Film ein bis zweimal verschoben wurde und er plötzlich, da seine Thematik unmittelbar jahreszeitlich abhängig war, für ein Dreivierteljahr aus dem Programm genommen werden muss. Dort, nämlich außerhalb des Programmes, hätte das vorliegende Beispiel mit dem jahreszeitbezüglichen Titel "Schneefrei" durchaus bleiben dürfen. Der Kinder- und Jugendfilm entbehrt nämlich jeglichen Charmes und ist überwiegend humor- und spannungsfrei. Eigentlich schade, denn das Thema böte eigentlich genügend Stoff für anderthalb Stunden unbeschwerte Unterhaltung.
Der Traum aller Kinder ist nicht selten der Alptraum der Eltern und Erwachsenen: Die Schule fällt aus. In einer kleinen Stadt in der Nähe von New York liegt dies daran, dass über Nacht ein halber Meter Schnee gefallen ist. Die Folge für viele Betriebe und vor allem für die Schule: Schneefrei. Betroffen von dem überraschenden Wetterumschwung sind nahezu alle, und von denen hat jeder seine eigene Art und Weise, mit dem besonderen Tag umzugehen. So auch die drei Kids Hal, Natalie und Randy, die in einer normalen Durchschnittsfamilie leben.
Der 15jährige Hal ist hoffnungslos in die hübsche Claire verknallt, die nur leider kein Auge für ihn hat. Schwester Natalie träumt von etwas ganz anderem. Sie möchte einmal im Leben zwei schneefreie Tage hintereinander erleben. Da ist freilich der örtliche Kinderschreck mit seinem riesigen Schneeflug vor. Der 4jährige Randy will eigentlich nur draußen im Schnee spielen und kriegt deshalb erheblichen Ärger mit seinen Eltern, die ziemlich mit sich selbst beschäftigt sind. Mutter Laura steht vor einem wichtigen Geschäftsabschluss und Vater Tom schlägt sich als Meteorologe bei einer drittklassigen Wetterstation durch.
Aber dann gestaltet sich der Schneefrei-Tag doch ganz anders, als von den meisten Beteiligten erwartet. Die Regeln des Alltagslebens scheinen zu verschwimmen und so einiges ist plötzlich möglich. Leider halten sich dennoch die Überraschungen, vor allem für die Zuschauer, in überschaubaren Grenzen. Allzu vorhersehbar und schematisch ist das Drehbuch, das im Übrigen daran krankt, dass es eine Zielgruppe von ca. 5 - 15 ansprechen möchte, die es so natürlich nicht gibt. Anstatt möglichst vieler junger Zuschauer wird also keiner so recht angesprochen. Und falls sich ein Elternteil in dieses einfältige Filmchen verirrt, hat er Grund, sich über unsägliche Gastrollen von Ikonen wie Pam Grier oder Iggy Pop zu ärgern.





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