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Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant
Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant

Kritik: Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant (2000)


Ein Film mit Jennifer Lopez funktioniert in der Regel als reine Oberfläche. Besonders eindrucksvoll konnte man das in einer Sneak Preview von "Wedding Planner" beobachten. Kaum wurde der Titel eingeblendet konnte sich das englisch geschulte Publikum ein kollektives, gelangweiltes Stöhnen nicht verkneifen. Als dann aber der Name von Madame erschien schlug die Atmosphäre sofort in eine allgemeine Jubelstimmung um. Während die Männer die körperlichen Vorzüge der hübschen Latino-Aktrice hauptsächlich über ihren Hormonhaushalt zu würdigen wissen, ist sie, die den neckischen Spitznamen "The Butt" trägt, für viele Mädchen und manche Frauen ein Vorbild, dem es nachzueifern gilt. Aus dieser Stellvertreter-Position heraus entwickelt ein Film wie "Wedding Planner" seine eigene Berechtigung. Auf dramaturgische Überraschungen und schauspielerische Fähigkeiten kann verzichtet werden, da die bloße Anwesenheit von Frau Lopez bereits die beschriebenen Aspekte erfüllt. Dementsprechend erfüllt der Film auf routinierte Weise die Gesetze der romantischen Komödie vom Paar, das zunächst nicht zueinander kommt, schließlich aber der Macht der wahren Liebe nichts entgegen zu setzen hat. Und wenn Jennifer Lopez versucht mit ihrem Gesicht Stimmungen auszudrücken, merkt man jederzeit, dass sie angestrengt den richtigen Gesichtsausdruck sucht, aber nur eine sich verselbständigende mal unfreiwillig komische, mal einfach nur wirkungslose Grimasse findet. Für die Rezeption ist das jedoch völlig unwichtig, da etwas anderes erreicht werden muss. Die Männer sollen sich mit Matthew McConaughey identifizieren, um so für 104 Minuten den Traum von einer Beziehung zur attraktiven Lopez zu verwirklichen. Für die Frauen hält der Film die Idee von einer romantischen, wahren Liebe bereit und vertröstet über die dargestellten Probleme, den richtigen Mann zu finden, all diejenigen, welche bislang im eigenen Leben kein Glück hatten. Über die Oberfläche hinaus brauchen deswegen die Gefühle des Traumpaares füreinander auch nicht motiviert werden. In solch routinierter Präzision geht bei einem tieferen Blick die angepeilte Romantik leider vollkommen verloren. Dadurch erhält "Wedding Planner" die Qualität eines Prostituiertenbesuchs im Hirn. Aber manchmal braucht man vielleicht auch nichts anderes als eine schöne, handfeste Dienstleistung für das Wohlbefinden und wer diesen Film verpasst, "The Butt" kommt wieder, ganz bestimmt.




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