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Kritik: Pollock (2000)


Ein ganzes Jahrzehnt arbeitete Ed Harris an seiner Künstler-Biographie über den amerikanischen Action-Painter Jackson Pollock, recherchierte Einzelheiten aus dem Leben des eigenbrödlerischen Malers und versuchte sich ein genaues Bild zu machen, nur um dann einen Film zu drehen, der wie eine seelenlose Aneinanderreihung einzelner Lebensabschnitte des bedeutenden Vertreters der modernen Kunst daherkommt. In korrekter Form präsentiert Harris Aufstieg und Fall einer labilen Psyche, ohne ein Verhältnis zur Persönlichkeit Pollocks aufzubauen. Die Motivation des Malers, ein Leben als Künstler zu führen, seine spezielle Art zu malen - Farbe mit Pinsel oder Stöcken auf die Leinwand zu träufeln – verlangt mehr, als gute Recherche der Fakten. Das Bildermedium Film müsste sich an eine Interpretation der Persönlichkeit Pollocks, wenn auch nicht unbedingt eine eindeutige, heranwagen, um über die trockene Qualität eines Lexikonartikels hinauszugelangen. Aber genau das traut sich Harris nicht, weil er befürchtet Pollock nicht gerecht zu werden. Im Ergebnis ergibt das einen stets gelangweilt dreinblickenden Ed Harris in der Rolle des Jackson Pollocks, der völlig unverständliche Dinge tut, und dadurch ständig ein Fremder bleibt, der uninteressant erscheint. Lediglich Marcia Gay Harden als Ehefrau des Malers kann deutlich Punkte sammeln. Mit einer hinreißenden Energie legt sie die Frau an, welche in bedingungsloser Liebe zu Pollock an dessen Seite bleibt. Das ergibt ein bemerkenswertes emotionales Portrait einer Muse, so dass der Film eigentlich Krasner statt Pollock heißen müsste.





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