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Kritik: 7 Days to Live (2000)


Was zunächst wie ein klassischer Horrorfilm beginnt, entwickelt sich später fast zum Psychodrama. Die Beziehung der Eheleute Ellen (eine hervorragende Amanda Plummer) und Martin Shaw (Sean Pertwee) bekommt mehr und mehr Tiefe und hat bisweilen kammerspielartige Züge. Schade, dass das Genre auf dieser Beziehungsebene so beschränkend wirkt und den Charakteren keine Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln.

Gerne wird mit Klischees gespielt und immer wieder aus dem reichen Fundus der Horrorfilme zitiert. So zeigt uns Sebastian Niemann eine Variation des "Schriftsteller"-Themas im Film, aber zwischen "Shining" und "Misery" ist die Pointe hier nicht wirklich überzeugend und wirkt eher altbacken. Sean Pertwee weiß allerdings, dass er sich mit Jack Nicholson messen lassen muss und gibt sein Bestes.

Der starke psychologische Ansatz gibt dem Thriller so viel Tiefe, dass die Special Effects manchmal überflüssig erscheinen. Auf die "Horror"-Szenen im Finale hätten man gerne verzichten können. Aber trotz der starken kommerziellen Zugeständnisse kann sich das Ergebnis sehen lassen.

Mit vergleichsweise wenig Budget machte Sebastian Niemann einen guten Genre-Film, der nie billig wirkt und sich auf dem internationalen Markt sehen lassen kann. Leider wird man das Gefühl nicht los, dass man noch mehr aus dem Projekt hätte herausholen können.




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