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Kritik: Quills-Macht der Besessenheit (2000)


Lüstling de Sade wandelt kurz nach der nach ihm benannten französischen Verfilmung wieder im Kino. Philip Kaufmans theatertypische Inszenierung mag für prüde Amerikaner vielleicht freizügig scheinen, hierzulande gibt’s keinen Grund für Schamesröte. Zumal nicht seine berüchtigten erotischen Eskapaden, sondern sein mit dem Tode endender Kampf um die Schreibfreiheit im Mittelpunkt stehen. Eine namhafte Schauspielgarde vergnügt sich bestenfalls in anzüglichen Andeutungen, die nicht verhüllen, wie statisch und unheimlich bemüht Kaufmans Inszenierung wirkt. Zu blass bleiben die Charaktere, zu staubig das Ambiente hinter Klostermauern, zu simpel die Botschaft und zu schlaff die Triebe: keinem der Schauspieler gelingt es, ihre oft undankbaren, unglücklich verteilten Rollen mit wenigstens etwas Feuer, Lebendigkeit oder gar Begehren zu versehen. Viele Facetten mögen den Marquis auszeichnen, Kaufman wählt nur eine: er sieht in ihm nur den Kämpfer, der für seine Freiheit stirbt. Solche Reduktion, solche Mystifizierung mag für Amerikaner einprägsam sein, unterschlägt jedoch die anderen Aspekte seiner Person. Und die sind bei einem pur auf Körperlichkeit abonnierten Lustmeister eigentlich die interessanteren Aspekte.





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