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Kritik: Shaft (2000)


Ausgerechnet am Beispiel des Remakes von "Shaft" zeigt sich, dass sich in den vergangenen 30 Jahren im amerikanischen Film weniger geändert hat, als man vielleicht annehmen könnte. Hollywood ist nach wie vor im wesentlichen eine Veranstaltung des weißen Amerika. Schlagkräfige afro-amerikanische Helden sind weitgehend unerwünscht. Vor 30 Jahren, mit dem Aufkommen der Blaxploitation-Filme, sah es einige Zeit durchaus so aus, als würde das wachsende Selbstbewusstsein des Schwarzen Amerika sich auch in der Filmmetropole niederschlagen.
Längst wieder sind farbige Stars wie Eddie Murphy oder Samuel L. Jackson und Regisseure wie Spike Lee oder John Singleton die geduldet Ausnahme. Letzterer ist denn auch für den aktualisierten "Shaft" 2000 verantwortlich und Jackson der hierfür perfekte und ultracoole Star, der sich freilich durch eine nur mäßig originelle Story quasseln und schießen muss.
"Shaft" 2000 ist konsequent und richtigerweise auf seinen Star Samuel L. Jackson zugeschnitten. Ihm zuzuschauen ist in der Tat die helle Freude und tröstet zumindest teilweise über das sonstige Mittelmaß des Films hinweg. Enttäuschend ist vor allem die Eindimensionalität des Drehbuchs, an dem immerhin Richard Price, einer der versiertesten Autoren Hollywoods, mitgearbeitet hat. Letztlich hat die Geschichte aber nicht mehr als einige erzählerische Pirouetten zu bieten, bevor es zur ausgiebigen finalen Ballerei mit absehbarem Ende kommt. Im übrigen lebt der Film mehr von seiner recht stimmig eingefangenen Großstadt-Straßenatmosphäre, als von Actioneinlagen. Unbedingt erwähnenswert ist ansonsten die Besetzung des Bösewichts. Den Mörder spielt Christian Bale, der gerade aus "American Psycho" noch in allerbester Erinnerung ist. Hier hat einer das Zeug zum ersten Superstar des neuen Jahrhunderts.




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