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Kritik: Spiel der Götter - Als Buddha den Fußball entdeckte (1999)


Fanboys gibt es nicht nur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, auch anderswo haben junge Menschen oft das Gefühl, etwas auf keinen Fall verpassen zu dürfen und selbst Teil eines Ereignisses sein zu müssen, das ihr weiteres Leben prägen wird. Nicht selten geht es dabei um Banalitäten wie das Star-Wars-Epos "Episode 1", bei dem die Fans tage- und wochenlang auf Gehwegen kampierten, um die Premiere ja nicht zu verpassen. "Detroit Rock City" wiederum erzählt von vier auf Hardrock abonnierten Jugendlichen, die unbedingt - entgegen aller Widerstände - ein KISS-Konzert in Detroit miterleben möchten.

Und nun kommt "Spiel der Götter" in die Kinos, auch eine Fanboy-Saga, aber eine ganz andere. Denn "Phörpa", so der Originaltitel, ist das Regiedebüt des bhutanischen Filmemachers Khyentse Norbu, einem bedeutenden tibetanischen Lama. Der Film erzählt vom Alltagsleben junger Mönche eines im indischen Himalaya-Exil angesiedelten Tibet-Klosters - von ihren Freuden, Sorgen, Ängsten, und von dem unabänderlichen Wunsch der Jungs, sich das Fußball-Weltmeisterschaftsfinale im Fernsehen anzusehen zu können. Ein Plan, von dem die alten Mönche selbstverständlich nicht begeistert sind.

Der technisch einwandfreie Film - der Regisseur studierte in New York das Filmemachen und arbeitete am Set von Bertoluccis "Little Buddha" mit - besticht durch seine Liebe zum Sujet und den Figuren und ist dabei, wie jede gute Fanboy-Saga, auch von persönlichen Erfahrungen geprägt. Selten fanden Buddhismus und Kommerz harmonischer zusammen.





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