VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Express, Express (1998)


Beschauliche, mehrfach preisgekrönte Talentprobe aus Slowenien. Mit dem Flair eines rail movies erzählt Regisseur Igor Sterk mit leichter Hand und bisweilen surreal eine einfache Liebesgeschichte. Und weil Verliebte nicht viele Worte brauchen, um sich zu verstehen, verzichtet auch der Film darauf. Die Kamera konzentriert sich auf Gesten, auf Blicke. Sie entdeckt die Skurrilitäten des Alltags. Marotten von Bahnbeamten, verschrobene Fahrgäste. Ein Fußballmatch zwischen zwei Angestelltenteams.
Hier zeigt sich der Unterschied zu handlungsorientiertem US-Kino. Kaum hat das Spiel angefangen, bricht Sterk die Beobachtung ab. Er folgt wieder dem Protagonisten und seiner neuen Freundin. Er zeigt sie parallel, als sie sich verloren haben und führt sie wieder zusammen. Doch immer ist Zeit für Anschweifungen und lange Einstellungen. Einstellungen in denen offenbar nichts geschieht. Einmal mündet die Ruhe in einen rauschhaften Tanz zu ebensolcher Musik von Vivaldi, umkreist von einer entfesselten Kamera. Mitten auf den Gleisen eines verlassenen Bahnhofs. Eingetaucht in goldgelbes Licht, das die malerisch-sanfte Landschaft beherrscht.
“Express, Express“ ist keine Allegorie auf den Balkan-Krieg. Er ist eine Stilübung, unschuldig und liebenswert. So harmlos, dass er die Realität kontrastiert – mit freundlichen Bildern, die kein Wässerchen trüben könnten. Mit einer traumhaften Geschichte, ganz ungezwungen erzählt und die dabei manchmal den Fokus verliert. Ein Film, der dem Event Kino widersteht und sich am Gewöhnlichen erfreut. Das macht ihn fast spektakulär.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.