VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Thema Nr. 1 (2001)


Die Protagonisten von "Thema Nr. 1" sind vier Frauen zwischen 30 und 40, welche alle ihre Probleme mit Beziehungen haben. Entweder läuft es gerade nicht so gut mit ihrem Partner, oder er hat sie vor kurzem verlassen oder sie gaukeln sich ein Glück vor, das in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Diesem einfachen Themenkreis versucht sich Maria Bachmann in Form eines reinen Dialog-Spiels zu nähern. Das heißt das Publikum bekommt über die volle Länge nicht einmal die Männer, über die häufig geredet wird zu sehen. Auch die Frauen sieht man nie bei irgendwelchen Aktivitäten außer gemeinsamen Gesprächen. Diese Konstruktion erweist sich als ausgesprochen verhängnisvoll, weil die Dialoge in ihrer neurotisch-hysterischen Art und Weise nur auf die Oberflächlichkeit versprachlichter Gefühle verweisen.

Nach spätestens 15 Minuten ging mir das immerwährende Formulieren von Torschlusspanik ("Wenn ich das so abschicke, dann kommt er nicht, und wenn ich das ändere, dann wird er abgeschreckt und kommt nicht", etc.), Angst vor der eigenen Courage ("Dann steht er mit einer Body-Lotion vor der Tür und ich lasse mich wieder einwickeln") und gegenseitigen Vorwürfen ("Du bist vollkommen egozentrisch", "Nein, bin ich nicht", "Bist du wohl") auf die Nerven. Ohne nähere Hintergründe über die Frauen oder die Männer treibt sich der Film die Emotionen aus. Man schaut letztlich bei einem wirren Theater zu, das einen bestenfalls faszinieren, aber nicht berühren kann. Die wackelige Handkamera im Home-Video-Stil, welche vermutlich eine Perspektive nahe am Geschehen vermitteln soll, ist deswegen auch nur oberflächliche Show, eine Art Quintessenz von Bachmanns Dilemma. Somit ist "Thema Nr. 1" ein Lehrstück dafür, dass persönliche Gefühle nur im Gesamtkontext etwas auslösen können, isoliert sind sie hohl.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.