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Kritik: Beau Travail (1999)


Basierend auf der Kurzgeschichte "Billy Budd" von Herman Melville studiert die Französin Claire Denis den Alltag eines Fremdenlegionärs. Sein Stützpunkt in der nordafrikanischen Wüste bildet Heim, Universum und Identität von Galoup, dargestellt von Denis Lavant. Nur selten kommt es zum Kontakt mit der außermilitärischen Umwelt, die zwar kein Fremdkörper ist, aber auch keine weiteren Auswirkungen zeitigt.

Mit sanfter Ästhetik und der widerspruchslosen Einheit aus lyrischer Ruhe und Alltagsnähe findet Denis Wüstenpanoramen von der Qualität eines "Lawrence von Arabien". Doch ihr Blickwinkel ist nicht die epische Weite des Landes, sondern Galoups Leere und Einsamkeit, der sein Leben zerstört, indem er ein anderes nimmt.

Spröde und mit einiger Distanz zum introspektiven Sujet baut Denis ein Abgesang auf die Werte einer Männerwelt, die sie gleichzeitig (ästhetisch) verklärt. Die Stagnation und ewige Wiederholung der Arbeitsabläufe schlägt sich in der Art des Films nieder, der die Zyklen kaum aufregender abbildet. Bereits unter dem Titel "Der Fremdenlegionär" auf Arte gelaufen, erscheint "Beau Travail", wörtlich: schöne Arbeit, erst jetzt im Kino. Dabei blüht das wortkarge, kontemplative Drama erst auf großer Leinwand auf.






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