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Kritik: Keiner weniger (1999)


Ein schlichter Film, eine einfache Parabel, die aber große Gefühle erweckt. Regisseur Zhang Yimou legte großen Wert auf die größtmögliche Ehrlichkeit und Direktheit und arbeitete deswegen ausschließlich mit Laiendarstellern. Diese durften nicht einmal das Drehbuch lesen und wurden bei ihrer Improvisation von oft versteckten Kameras gefilmt, um sie im Schaffensprozess nicht zu behindern. Die dadurch ereichte Unmittelbarkeit spiegelt sich erfrischend auf der Leinwand wieder. Tief werden wir in die Realität der ärmlichen, chinesischen Landbevölkerung gezogen und erleben
gemeinsam mit der Heldin Wei Minzhi einen Kulturschock, als uns die Großstadt präsentiert wird.
Bisweilen stummfilmhaft bewegt sich die ruhige Geschichte und scheint uns anfangs eher kalt zu lassen, doch als die junge Lehrerin Wei die Kinder
mobilisiert und sich dann entgegen aller Widerstände doch den entflohenen Schützling Zhang Huike aus der großen Stadt zurückbringt, ist das trotz
einer gewissen Gemütlichkeit faszinierend. Keine Actionszenen, keine Special Effects, die Einfachheit der Geschichte zieht uns in ihren Bann. Und gerade deswegen ist "Keiner weniger" kein Film für die Masse (so schade das auch ist). Der Film wurde 1992 mit dem goldenen Löwen der Filmfestspiele in Venedig ausgezeichnet.





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