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Kritik: Love and Sex (2000)


Wenn sich ein Verleih sogar weigert, eine Pressekassette eines Films zu verschicken, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder sind die sich dort herumplagenden Menschen nicht in der Lage ein Juwel von einem Film zu erkennen, auch wenn es tatsächlich wie ein Diamant aussieht, oder sie haben sich eine billige Glasimitation andrehen lassen, was sie als Experten lieber geheim halten wollen. Die Geheimhaltungstaktik konnte dank eines lieben Kollegen, der die britische DVD besaß, vereitelt werden. Im nachhinein muss ich vermuten, dass der Verleih mich nur schützen wollte, denn "Love and Sex" ist nach den ersten 26 Minuten, die recht unterhaltsam sind, einfach nur noch unerträglich. Während anfangs die Situation eines durchaus auch mal zynischen weiblichen Singles humorvoll beschrieben wird, wenn der Film recht treffend die oberflächlichen Zustände in der Redaktion einer Frauenzeitschrift (hier arbeitet sie nämlich) skizziert, stellt sich nach der erwähnten Zeit zunächst Langeweile und dann Ärger ein, weil von jetzt an einem einfachen Schema gefolgt wird. Wie in einem Softporno, bloß ohne die langwierigen Sexszenen, schleicht sich die weibliche Hauptfigur von einer Beziehung zur nächsten, die jeweils mit einer Lebensweisheit aus dem Off-Kommentar eingeleitet bzw. auch mal zwischendurch heimgesucht wird. Erzählt wird über diese Konstruktion aber fast nichts, da die Frau innerhalb der Beziehungstüpfel keine wirkliche Entwicklung durchmacht. Neben dümmlichen Szenen wie ihrem Einkaufsversuch in einem Sexshop, wo sie prompt einen neuen Mann kennenlernt, fällt "Love and Sex" deswegen in das Loch einer Erzählung, die behauptet, eine Handlung und Charaktere zu haben, aber doch nur Schachbrettfiguren hektisch durch angebliche Willfährigkeiten des Lebens jagt. Über solche einfache Kalkulation kann man die Figuren nicht lieb gewinnen, was für einen Film, der auf komödiantische Weise die Probleme von Mann und Frau mit der Liebe beleuchten möchte, eher wenig förderlich ist. "Love and Sex" gelingt das Kunststück, eine künstlich kalte, nicht amüsante Komödie über das Geschlechterverhältnis abzuliefern, die bei mehr Unterhaltungspotential durchaus als absolut absurder Meta-Trash durchgehen würde, so aber den Nebenwirkungszettel bedenklich füllt.




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