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Kritik: Das Reich und die Herrlichkeit (2000)


Dass der Goldrausch im 19. Jahrhundert nicht so lustig war, wie einst Charlie Chaplin befand, ist allgemein bekannt und schon mehrmals verfilmt worden. Mit Goldgräberexistenzen als gebrochene Helden einer Schicksalstragödie zeigt der unter Kritikern renommierte Regisseur Michael Winterbottom ("Willkommen in Sarajewo") in seinem regelrechten Antiwestern.

Nach der Vorlage von Thomas Hardy, dessen "Herzen in Aufruhr" er bereits adaptiert hatte, taucht Winterbottom in eine triste Welt der Pioniere ein, der er ein zähes, begrenzt befriedigendes Epos abringt. Statt die Veranlagungen in ein mitreißendes Drama zu potenzieren, bremst der Brite Gefühle und Tempo abermals aus - vielleicht ein Nachwirken des Brechtschen Paradigmas, das gern von "intellektuellen" Regisseuren zur Distinktion benutzt wird?

Zwar schillert das Beziehungsgeflecht der Figuren in den realistischen Farben vielfältiger Probleme einer Migrantengesellschaft, doch das Drama verliert in lauter stimmungsvollen Winterbildern seine eigene Vitalität. So sehr man sich über differenzierte Charaktere und die genauen Alltagsbeschreibungen jenseits simpler Gut-Böse-Muster freut, so sehr kämpft man bald gegen den eigenen Winterschlaf.





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