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Das Glücksprinzip - Poster
Das Glücksprinzip - Poster
© Tobis Film

Kritik: Das Glücksprinzip (2000)


Mimi Leder ("Projekt: Peacemaker") hat sich für ihr drittes Kinoprojekt die aktuelle Crème de la Crème der Us-Schauspielergarde ausgesucht: angeführt von Haley Joel Osment ("The Sixth Sense") geben sich die Oscarpreisträger Kevin Spacey ("American Beauty") und Helen Hunt (noch im Kino: "Was Frauen wollen") die Ehre, eine Nebenrolle hat sich Rockmusiker Jon Bon Jovi ausgesucht. Es nützt alles nichts: War Leder in "Deep Impact" trotz Actioneinlagen bereits in Soap-Gefilden versumpft, verbannt sie die Effekte völlig und brennt ein Kitschfeuerwerk sondergleichen ab. Statt dem äußerst sensiblen Problemen Luft zu gewähren, benützt Leder nur jede mögliche Wendung und Eigenheit der Figuren, um daraus den letzten Tränentropfen zu pressen. Solch programmierte Rührseligkeit entlarvt das Untalent einer Regisseurin, Gefühle auf der Leinwand so darzustellen, dass sie den Eindruck der Aufrichtigkeit erwecken. Dem Prinzip, unentwegt herzergreifend und mitleiderregend zu wirken, opfert Leder Spannungsbogen und sämtliche Plausibilität - bis sie selbst Osment im bitteren Ende verheizt: wieder eine Träne mehr. Diese Rechnung geht nicht auf. Nur die famose, elektrisierende Leistung der Darsteller sind der Grund, weshalb die eigentlich interessante Story um einen weltverbessernden Schneeballefekt noch streckenweise funktioniert. Zusätzliches Belastungsmaterial bilden die überdeutlichen Reminiszenzen an "American Beauty", die in ihrer einfallslosen Aufdringlichkeit dem unsäglichen Kitsch in nichts nachstehen. In Abwandlung von Adornos geflügelten Worten: es gibt eben keine richtigen Gefühle im falschen Film.




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