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Kritik: Spirit - Der wilde Mustang (2002)


Früher war alles besser. Die unberührte Natur im Westen Amerikas ließ Tiere fernab des menschlichen Einflusses heranwachsen. Ein "wilder Westen" als Mekka für Büffel, Adler und Pferde. Ja, auch Pferde durften einst durch die Prärie traben - ganz ohne Sattel und Geschirr, ganz ohne Grenzen. In eben dieser Zeit und eben dieser Weite, erblickt ein Mustang namens "Spirit" das Licht der Welt. Der Beginn des neuen und gleichnamigen Zeichentrickabenteuers aus dem Hause DreamWorks. Unbeschwert und frei beginnt das Leben des jungen Pferdes. Ohne Sorgen wächst er zum stolzen Wildhengst heran und erkundet seine Umwelt mit unbekümmerter Neugier. Eine Tugend, die ihm zum Verhängnis wird, denn Spirit macht Bekanntschaft mit einer Gruppe sehr seltsamer Wesen. Zweibeiner, die ihre Körper in seltsame Stoffe hüllen und sich in einer gänzlich unbekannten Sprache miteinander verständigen. Ehe er sich versieht, wird Spirit von den Menschen in ein Soldatenfort verschleppt, wo ihm Zucht und Ordnung beigebracht werden soll. Doch das wilde Tier lässt sich nicht bändigen. Sein Wille und sein Freiheitsdrang sind stärker als die Fesseln. Dem Indianer Little Creek widerfährt ein ganz ähnliches Schicksal. Auch er ein Gefangener der sogenannten Zivilisierten. Und auch er will zurück zu Seinesgleichen. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Doch die zurückgewonnene Freiheit des Pferdes währt nicht lang. Schon wieder versperren Bretterzäune ihm den Weg - diesmal die des Indianerstammes, dem auch Little Creek angehört. Die erneute Gefangenschaft basiert jedoch auf Freundschaft, nicht auf Unterdrückung. Dies wird Spirit sehr bald schon zu unterscheiden lernen. Und außerdem ist da ja noch "Rain", eine wunderschöne Stute, die ihr Leben bei den Indianern augenscheinlich genießt. Zwischen den beiden Pferden entwickelt sich eine zarte Bande und zwischen Little Creek und Spirit überdies eine tiefe Freundschaft. Eine Freundschaft, die jedoch sehr bald schon auf die Probe gestellt werden soll... Ein Zeichentrickfilm ist und bleibt ein Abbild der Realität. Auch der heutige Qualitätsstandard vermag eine Kulisse wie die des Films "Spirit - Der wilde Mustang" nicht vollkommen und natürlich wiedergeben. Passagenweise wird dies sehr deutlich. So fügt sich jedoch die Darstellung der tierischen Protagonisten in ein stimmiges Bild. Zwar ist die "Vermenschlichung" von Tieren in diesem Filmgenre wahrlich nichts neues, doch neigen die Macher hier zur Übertreibung. Vielleicht wollte man das Experiment kompensieren, die Pferde miteinander wiehern zu lassen. Eine eher gewöhnungsbedürftige Darstellung, die der Mimik und Gestik eine entsprechend hohe Aufmerksamkeit verleiht. Eine menschliche Stimme wird Spirit nur in seiner Funktion des Erzählers verliehen. Im Original ist dies Matt Damon. Was in der Synchronisation in die deutsche Sprache noch funktioniert, geht bei der Musik leider nach hinten los. Hartmut Engler (Sänger der Gruppe PUR) ist es, der den Originalgesang von Bryan Adams ins deutsche transportiert und dabei ziemlich nervt. Nichtsdestotrotz wird "Spirit - Der wilde Mustang" seine Zielgruppe nicht verfehlen und ist allein auf Grund seines sozialkritischen Kerns unbedingt empfehlenswert. Das letzte Quäntchen Glück, das zum Erfolg eines Filmes beiträgt, bringt dieser von der Sache her bereits mit. Schließlich liegt das Glück dieser Erde ja bekanntlich auf dem Rücken der Pferde.





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