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Kritik: Angel Eyes (2001)


Luis Mandroki hat ein Auge für anspruchsvolle Themen - "When a Man Loves a Woman", zuletzt "Message in a Bottle" - denen er jedoch nur die oberflächlichen Reize einer simplen Dramaturgie gönnt. Allein die Schauspieler glänzen, weil Mandroki ihnen erstaunlich viel Platz und Zeit zur Entfaltung gibt. Hier ist das nicht anders.

Latina-Queen Jennifer Lopez greift in dieser melodramatischen Romanze zweier traumatisierter Einzelgänger ihre Erfolgsrolle aus "Out of Sight" wieder auf und spielt eine knallharte Polizistin mit verletzlichem Kern. Ihr Gegenüber, den nuancierten, charismatischen James Caviezel quält die Amnesie, womit für genügend Hindernisse in der mit hervorragenden Dialogen gefilmten Beziehung gesorgt ist.

Die Probleme indes kann Mandroki nicht sonderlich handhaben und greift auf bewährte Plotwenden, Missverständnisse und psychologische Grobschlächtigkeiten zurück. Außerdem hausiert der Anfang zu allem Überfluss bei "The Sixth Sense" und spinnt seine völlig durchsichtige Mystery-Nummer unbekümmert weiter. Die Actionszenen schließlich verdienen in der tat das Prädikat "unmotiviert".

Eindringlich ist die intime Stimmung, wenn die beiden Hauptdarsteller ganz bei sich sind. Ihr Miteinander mag zwar stilisiert sein, aber auch Pop hat seine ehrlichen Momente. Aufdringlich geraten die Bilder indes, wenn sie die Traumata der beiden illustrieren sollen, oder eine biblische, messianische Metaphorik beschwören. Und dass Mandroki gerne auf die Tränendrüse drückt, sollte seit sich "Message in a Bottle" herumgesprochen haben.





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