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Kritik: Orfeu Negro (1959)


Orfeu Negro - der schwarze Orpheus - verlegt den griechischen Mythos ins
malerische Rio de Janeiro und erzählt die tragische Liebesgeschichte mit
einer rein schwarzen Besetzung nach. Es ist gerade Karneval und die ganze Stadt singt und tanzt. Dieser unaufdringliche, aber allgegenwärtige Trommel-Rhythmus bestimmt den Film und schenkt ihm zusammen mit den natürlich-schlichten Aufnahmen einer lebenslustigen Großstadt aus dem Blickwinkel des einfachen Bürgers seine einmalige Note.

Ein überzeugender Charme, schließlich gewann Marcel Camus poetisches Drama 1959 erst die Goldene Palme in Cannes und ein Jahr darauf den Auslandsoscar. Doch was aus damaliger Sicht sensationell und sinnlich war, muss heutzutage erst durch Geduld und Aufmerksamkeit wiedergewonnen werden. "Ofreu Negro" ist kein Markschreier, sondern ein verträumter Krämer, der seine Schätze nicht gleich an der Pforte preisgibt, sondern entdeckt werden will.

As der von Vorahnungen begleitete Tod - ein Unbekannter im Karnevalskostüm - schließlich siegreich davongeht, beschwört Orpheus mit Voodoo-Methoden die Unterwelt. Gerade da offenbart sich der Zahn der Zeit. Die Unscheinbarkeit seiner Figur und die effektlose Darstellung des Rituals machen es für den verwöhnten Kinogänger nicht einfach. Es erstaunt, wie sich die Sehgewohnheiten verändert haben. Eine günstige Gelegenheit, seine eigenen auf die Probe zu stellen.





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