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Kritik: Katja und der Falke (1999)


Ein guter Kinderfilm zeichnet sich dadurch aus, dass er seine Zielgruppe ernst nimmt und so behandelt wie jedes Unterhaltungsprodukt seine Kunden behandeln sollte. Einen miesen Kinderfilm erkennt man vor allem daran, dass er seiner Klientel nichts zutraut und in seiner eigenen Inkompetenz und Beliebigkeit glaubt, es für dumm verkaufen zu können. "Katja und der Falke" ist genau dafür ein besonders tristes Beispiel. Dabei hatte der Film sich offensichtlich einiges vorgenommen. Dass die Höhe der eigenen Messlatte dann aber gleich um Längen verfehlt wurde und der Film nicht einmal auf sonderlich hohem Niveau gescheitert ist, liegt wohl vor allem am Autor und Regisseur Lars Hesselholdt, der sichtlich völlig überfordert war. Das Drehbuch weist ebenso haarsträubende Wahrscheinlichkeitslücken auf, wie die Inszenierung grobe Schnitzer und handwerkliche Fehler.
Pate für den dänischen Film stand offensichtlich die australische Produktion "Amy und die Wildgänse". Hier wie da ein kleines Mädchen, ein putziges Federvieh und um beide herum die garstige Umwelt. Was jedoch bei Amy prächtig funktionierte und einen stimmigen Zauber entfaltete, erzeugt bei Katja gähnende Langweile und Kopfschütteln.
Von ihren berufstätigen Eltern vernachlässigt, widmet sich die 10-jährige Dänin immer öfter per Internet (sic!) ihrem Hobby, dem europäischen Wanderfalken. Nach einen bösen Unwetter rettet sie einem von ihren Lieblingen das Leben. Die beiden verstecken sich im Laderaum eines Lastwagens, verschlafen die Abfahrt und landen (sic!) in Italien. Hier entwischt Katja ihr Federvieh und gelangt zu einem Händler für Gefiedertes. Sie freundet sich jedoch schnell mit einigen gleichaltrigen Einheimischen an und hat somit Unterstützung bei der Fahndung. Nachdem ein Versuch, den Vogel zurück zu kaufen scheitert, finden die Kinder einen unkonventionellen Weg, den Falken zu befreien.
Was an dem Film neben seiner handwerklichen Schludrigkeit und seinen grotesken Unwahrscheinlichkeiten am meisten stört, sind die schon beinahe bösartigen Klischees. Die Art und Weise, wie z.B. die italienischen Kinder in gut und böse unterteilt sind, ist allein schon grob fahrlässig. Dass die bösen 12-Jährigen auch noch prompt wie perfekte Nachwuchs-Mafiosi daherkommen, ist Zynismus pur und alles andere als lustig. Obwohl vermutlich gerade diese Szenen spaßig sein sollen in einem ansonsten verblüffend humorfreien Film.
Fatales Fazit: "Katja und der Falke", ein langweiliges und stellenweise ärgerliches Filmchen, dessen magere Ansätze von gutem Willen komplett nach hinten losgehen.




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