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Kritik: Club der gebrochenen Herzen (1999)


Es ist ja ganz nett anzusehen, dass ein Film über schwule Männer einmal auf die gängigen Klischees verzichtet. Weder werden im „Club der gebrochenen Herzen“ Schwulenfeindlichkeit oder Probleme mit der Definition von Geschlechterrollen thematisiert. Auch das Coming Out steht hier nicht im Mittelpunkt und ist diesmal kein schmerzhaftes Erlebnis. Unter der warmen Sonne Kaliforniens, in dem herzlichen Kreis dieser homosexuellen Männer gerät es fast zum Nebensatz.

In der buntgewürfelten Truppe hat jeder seine Rolle, aber zum Glück sind die Charaktere nicht zu flach und nur auf Funktionen hin ausgelegt ­ ein jeder hat Ecken und Kanten. Das macht die Identifikation mit der Hauptfigur Dennis allerdings nicht einfach. Und Ensemble-Filme bergen ohnehin immer diese Schwierigkeit in sich.

Der Film will das normale, schwule Leben zeigen, von normalen Mittelklasseschwulen. Es gelingt, aber ob das wirklich so interessant ist? Der Film fragt selbst: Gibt es im Kino nur die Varianten: Der abgemagerte Schwule der an Aids stirbt oder der gutaussehende Schwule als bester Freund der Hauptdarstellerin? Vielleicht noch den sexsüchtigen Schwulen (der dann auch später abgemagert an Aids stirbt). Andere Möglichkeiten gibt es im Kino wohl nicht. Allein deswegen ist der Ansatz dieses Films löblich, doch ob das ein Grund ist, dafür ins Kino zu gehen?

Vielleicht, aber dies ist auf keinen Fall ein „must see“. Andererseits ist es ein prima Sonntagnachmittagsfilm.






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