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Kritik: Chocolat (2000)


Knapp ein Jahr ist seit dem "Oscar"-Gewinner "Gottes Werk und Teufels Beitrag", Lasse Hallströms letztem Film, vergangen. Die ähnliche Konstellation von "Chocolat" - auch eine märchenhafte Romanadaption, die ein berührendes Menschenschicksal mit Starbesetzung schildert - legt die Vermutung nahe, der Regisseur wolle den Erfolg mit gleichen Mitteln erneut beschwören. Obwohl Hallström qualitativ anspruchsvoll den Sinnen schmeichelt, bleibt seine Fabel von der Herauslösung aus der strikten moralisch-katholischen Tradition und den lustfeindlichen Denkverboten erstaunlich konventionell. Nicht unbedingt bieder, aber deutlich zu brav erzählt er mit langen Atem ein die Exotik zur Magie verklärendes Lehrstück über eine verkorkste Dorfgemeinschaft. Mit etwas mehr Chuzpe wäre jedes Element zur Blüte gereift, so bleibt es bei einer eindimensionalen Problemaufzählung, die allein in ihrer Quantität überladen wirken und nur recht formelhaft und oberflächlich behandelt werden. Selbst die Charaktere sind ohne Eigenleben, manche sogar reine Holzschnitte. Mag auch vieles unterentwickelt und vor allem die emotionelle Intensität von "Gottes Werk..." weit verfehlt worden sein, ist "Chocolat" eine weitgehend wohlschmeckende Süßspeise, die man trotz gelegentlicher Fertigungsmängel zu goutieren weiß.





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