VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Jeder ist ein Star! (2000)


Was sich dem Titel nach als durchkonfektionierte "Glitter"-Variante ausnimmt, stellt tatsächlich eine bittere Gesellschafts- und Mediensatire dar, die in ihrer beklemmenden Entwicklung unerwartet einen Haken Richtung Medienmärchen nimmt. Doch nicht nur die Kombination ist nahezu einzigartig, auch gelingt dem Niederländer Dominique Derrudere ("Suite 16") eine selten so gelungene Gratwanderung zwischen Sentimentalität und Kitsch, zwischen dem Traurigen und dem Komischen.

Die erste Hälfte gerät ganz nach Scorceses bösartigem "King of Comedy" und ebnet den Weg für eine Sozialtragödie mit kurzer Lunte. Das schnürt die Kehle zu, lässt sich aber arg vorhersehen. Erst ein nahezu unbemerkter Schwenk ins Absurde ändert den tristen Ton und öffnet unerwarteten Einfällen Tür und Tor. Dann ist alles möglich, ein postmodernes anything goes mit eingebauter Happy-End-Garantie nimmt seinen Lauf.

Zwar kompensiert das märchenhafte Ende alle negative Energie, aber nur um den Preis der Naivität. Doch selbst solcher Süßstoff hat etwas Authentisches: denn die Gefühle sind echt - und darauf kommt es letztlich an, aber so selten besinnt man sich darauf. So wandelt sich ein trauriges Drama zur vitalen, vor beschwingten Ideen sprühenden Komödie, die ihre Oscarnominierung mehr als verdient hat und nach langem Zögern endlich ins (Programm)Kino kommt.






Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.