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Kritik: Bella Martha (2000)


Das vorweg: Sie sollten unbedingt vorher essen! Ansonsten gerät der Kinobesuch leicht zum Fiasko. Denn wer anderthalb Stunden Spitzenköchen bei der Zubereitung wunderbarer Speisen zusieht, bekommt zwangsläufig Hunger. Regisseurin Sandra Nettelbeck beweist ein glückliches Händchen: Hier werden keine kunstvollen Konstruktionen von Essbarem ins Bild gesetzt, sondern einfache aber edle Gerichte, die auf den sofortigen anschließenden Gang zum Italiener drängen. Dabei steht das Essen nicht unbedingt im Mittelpunkt sondern ist nur Rahmen für eine Familien- und Liebesgeschichte. Genau wie eine gute Küche ein ungeheures Maß an Planung und Genauigkeit verlangt, ist auch "Bella Martha" ein sehr präziser Film. Zumindest was Bilder, Emotionen und Figuren betrifft. Ein wenig verzettelt sich Nettelbeck, die auch das Buch schrieb, denn der Handlungsstrang mit Marthas Nachbar Sam verläuft im Nirgendwo und ist einfach überflüssig. Die Musik ist teilweise stimmig, teilweise aber auch grauenhaft klischeebeladen und zielt eher auf den älteren ZDF-Zuschauer ab: Warum ein italienischer Koch unbedingt die überstrapazierten Klassiker wie "Volare" singen muss, ist in einem aktuellen Kinofilm nicht zu rechtfertigen. Das soll es aber schon an negativer Kritik gewesen sein. Die Figuren sind gut und die schauspielerische Leistung von Martina Gedeck und vor allem von der kleinen Maxime Foerste als kleine Lina sind beeindruckend. Sandra Nettelbeck konnte bereits für ihren ZDF-Fernsehfilm "Mammamia" 1998 den Max-Ophüls-Preis für den Besten Film sowie für das Beste Drehbuch gewinnen und auch "Bella Martha" scheint ähnlich erfolgreich zu werden. Auf den Festivals von Locarno und Toronto ausgezeichnet, konnte sich der Film auch auf der Berlinale behaupten. Einer der besseren deutschen Filme des Jahres und es ist zu hoffen, dass das Publikum dem Film die Wertschätzung durch regen Besuch auch entgegen bringt.





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