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Kritik: Unterwegs mit Jungs (2001)


"Wann hört dieser Job endlich auf?", fragt Beverly an einer Stelle ihren Sohn und meint damit ihre "Tätigkeit" als Mutter. Die Mutterrolle als Arbeit? Schnell ist man versucht zu glauben, dass die Liebe im Leben der Beverly keine Chance hat. Dass das nicht so ist beweist "Unterwegs mit Jungs" eindrucksvoll, indem er vom Spagat zwischen zerstörtem Lebenstraum sowie liebevollem Familienleben erzählt. Mit fünfzehn bekommt Beverly ein Kind, so dass der innige Wunsch eines Lebens als Schriftstellerin in New York ausgeträumt ist. Ihr Vater, für den eine Welt zusammengebrochen ist, besteht gemäß den gesellschaftlichen Zwängen Ende der 50er auf einer Heirat mit dem Erzeuger des kleinen Jungen. Der ist zwar ganz nett, aber das Gegenteil von einem Karrieretypen. So scheitern in den nächsten Jahren alle Versuche Beverlys, sich weiterzubilden, daran, dass ihr Mann Mist baut oder das Kind sein Recht auf Beachtung fordert. Über die Heroinabhängigkeit des Gatten zerbricht die Ehe schließlich. Die Art, in der Beverly einen Komplex nach dem anderen in ihrer geschundenen Seele anhäuft, zeugt von großer tragischer Dimension. Sehr clever nähert sich "Unterwegs mit Jungs" ihrer Geschichte in der Form einer Rückblende. Beverly ist auf dem Weg zum Ex-Mann, um dessen Einwilligung zur Buchveröffentlichung der gemeinsamen Vergangenheit zu bekommen. Gleichzeitig will ihr Sohn mit dem sie unterwegs ist ihr eröffnen, dass er für sein Studium wegziehen möchte. Die Umstände des gemeinsamen Lebens haben zu einer ungesunden Klammerliebe zwischen Mutter und Sohn geführt. Die Fahrt im Auto erzählt Penny Marshall als Reise in die Vergangenheit, bei der sich die Schuldkomplexe von Mutter und Sohn miteinander verzahnen. Es ergibt sich eine emotionale Tragik, indem beide Lebensgeschichten aus ihrem jeweiligen Blickwinkel auf die Gegenwart zulaufen, um schließlich im Höhepunkt zu kulminieren. So erzählt "Unterwegs mit Jungs" eine Geschichte aus Liebe, Unglück und den Konsequenzen eines Fehltritts, mit denen zu leben man erst lernen muss.




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