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Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger - Poster
Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger - Poster
© 20th Century Fox

Kritik: Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger (2002)


Als George Lucas 1999 nach fast 15 Jahren mit einem neuen "Star Wars"-Film auf die Leinwände zurückkehrte, wurden ihm nur Schmach und Schande zugesagt. Wie er es denn wagen könnte, so einen Film zu machen. Mich verwundert es immer wieder. Da macht jemand endlich mal was anderes als die immer gleichen Fortsetzungen, bietet wirklich eigene Einblicke, und schon ist das noch viel schlimmer als alle Einfallslosigkeit zuvor. In "Episode 1" erzählte Lucas von einer vollkommen anderen Figurenkonstellation, wobei der ganz junge Anakin Skywalker, seines Zeichens werdender Erzbösewicht Darth Vader, im Mittelpunkt stand. Der kleine Junge wurde von den Jedis entdeckt und in eine weite Welt geführt, eine Welt, die den Zuschauern viel zu bunt war. Aber sahen wir als 10jährige nicht alle viel buntere Welten? Der Spaß, den "Episode 1" mit sich brachte, war enorm und wurde mit tausenden Andeutungen gebrochen, die erst jetzt einen Sinn ergeben. Denn beim "Angriff der Klonkrieger" werden aus diesen Andeutungen Tatsachen. Lucas gelingt es nun, ein Bindeglied zwischen die alten Teile und der ersten Episode zu schieben, die erstaunlicherweise einen ganz neuen und eigenen Blickwinkel auf das Geschehene eröffnet. Vor allem die alten Filme gewinnen dadurch (teilweise noch mal) immens, denn mit "Episode 2" haben wir jetzt auf die ganze Reihe gerechnet das, was die Vater-Sohn-Sequenz für "The Empire Strikes Back" war. Einen Film, der aus Andeutungen Gewissheiten macht, kleine, anscheinend nebensächliche Charaktere in den Mittelpunkt rückt und scheinbar vollkommen unwichtige Nebenplots und Szenen mit Sinn belegt. Dabei nutzt Lucas das in den USA sehr populäre Mittel der shakespearischen Tragödie. Da der Zuschauer mehr weiß als die Figuren, da er Anakins unausweichliches Schicksal kennt, da er von Palpatines düsteren Machtplänen weiß, kann er mit den Charakteren gehen, kann sich in sie hineinfühlen und ihnen Sympathie entgegenbringen. Die beiden wichtigen Nebencharaktere der alten Trilogie, Bösewicht Vader und Lehrmeister Obi-Wan Kenobi, stehen hier im Mittelpunkt und machen jene Fehler, die dem Universum noch die absolute Befreiung durch Luke bescheren wird. Diese Befreiung wird aber mit dem persönlichen Leid der Beiden aufgeladen, die als gute Freunde größte Feinde werden. Noch ist es nicht so weit. Aber man spürt es an jeder Ecke. Um den Spaß aber nicht ganz zu verlieren, bietet Lucas wieder viel Action und große Optik. Wie schon in den anderen Filmen, versucht er immer wieder, neue Bilder zu finden und auch den Ton zu optimieren. Dies gelingt auf erstaunlich gute Art und Weise, nur manchmal steckt er sich sein Ziel etwas zu hoch, was aber wohl daran liegt, dass hier Digital-Bilder auf Zelluloid umkopiert werden mussten. Überhaupt hält der Film die Waage zwischen der Düsternis des Schicksals und einer epischen Action-Romanze, wie sie glatt auch auf hoher See mit Errol Flynn stattfinden könnte. Auch diese Ebene passt sich wundervoll in das Gesamtgefüge ein und erweitert das "Star Wars"-Universum merklos. Einziger Wehrmutstropfen mag sein, dass sich die größten Qualitäten von "Star Wars – Episode 2: Attack of the Clones" wohl nur den Zuschauern erschließen werden, die die ganze Reihe recht gut kennen. Man muss zwar kein "Star Wars"-Freak sein, aber es werden doch einige Zuschauer etwas ausgeschlossen. Wie bei "Episode 1" könnten diese sich langweilen. Der Rest wird aber das Kinoerlebnis des Jahres haben und ein wirkliches Meisterwerk sehen, das eben Teil eines meisterhaften Experiments ist.





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