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Kritik: Baise Moi (Fick Mich) (2000)


Ein Aufschrei intellektueller Filmschaffender hallte durch Frankreich. Aber nicht, weil „Baise-moi“ ihnen zu hart gewesen wäre, sondern weil der an der Schmerzgrenze balancierenden, wütende Film im toleranten Frankreich als Porno eingestuft wurde. Dummerweise gibt es dort nämlich keine Freigabe ab 18 (höchste Altersbeschränkung ist ab 16). Da in Frankreich aber nur ganze sechs Porno-Kinos existieren, kam das einem Verbot gleich.
Was war so schlimm an der wilden Tour durch Hotelzimmer, Bars, etc. in der französischen Provinz, die folgendermaßen aussieht: die beiden saufen gerne Jack Daniels, sie ficken jeden Mann, den sie kriegen können und Gewalt gibt’s auch. Denn manchmal töten sie ihre Fickpartner einfach oder schießen eine ganze Bar zusammen.
Wenn sich High-Heels in Männerköpfe bohren, harte Schwänze in Großaufnahme zwischen Frauenbeinen verschwinden, dann ist für die französischen Moralwächter offenbar die Grenze erreicht. Gerade die expliziten Sexszenen sorgten nämlich für die Einstufung als Porno. Doch „Baise-moi“ ist eher ein toughes Sex-und-Gewalt-Movie mit wenigen pornographischen Szenen. Eine klassische Dramaturgie gibt es nicht, sondern der Film ist eine Abfolge von Sex- und Gewaltereignissen. Dabei lässt sich der Film auf keine psychologische Erklärung ein, sondern rotzt ein wildes Pamphlet weiblicher Sexualität und Selbstbestimmung auf die Leinwand. Männer sind reine Marionetten, sie werden gefickt und/oder getötet.

Ein Film wie ein Magenhieb, der provozieren will und das auch schafft. Nur für Hartgesottene geeignet.





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