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Dr. Dolittle 2
Dr. Dolittle 2
© 20th Century Fox

Kritik: Dr. Dolittle 2 (2001)


Schnellsprecher Eddie Murphy ist wieder zurück. Nachdem er bereits zweimal als fetter Professor die Kinoleinwände ausfüllte, erfreut uns das Komikertalent mit der erneuten Verkörperung des drolligen Dr. Dolittle, welcher bekanntlich in der Lage ist, die Sprache der Tiere zu verstehen und zu sprechen. Ob das denn nun eher ein Fluch oder ein Segen ist, beantwortet "Dr. Dolittle 2" auf seine herzerfrischend banale Art und Weise: Der Film lässt die Tiere einfach die selben Probleme haben wie uns Menschen auch. Es geht um Liebe, Sex, Bequemlichkeit, Wohnungsnot und politische Organisation. Genau mit Hilfe des Letztgenannten versuchen die possierlichen Bewohner eines Waldes, einen fiesen Wirtschaftsboss in die Knie zu zwingen. Das geht aber nur, wenn ein fauler Zirkusbär ausgewildert wird, damit er der letzten Bärin ihrer Art erst den Hof und später niedliche kleine Bären macht. Daraus versucht "Dr. Dolittle 2" nun, sein Potential zu schöpfen, da der pelzige Artist weder für das wilde Leben geschaffen ist, noch willens scheint, es zu lernen. Und so kann der Zuschauer viele neue Erkenntnisse aus dem Film mit nach Hause nehmen: Dass nämlich Zirkusbären schüchtern sind, dass Bärinnen genau wie Frauen eigentlich doch auf Machos stehen, bis sie aus unerfindlichen Gründen ihre Meinung ändern, und dass Zirkusbären eine verflucht hinterhältige Verdauung besitzen. Überhaupt scheuten sich die launigen Drehbuchschreiber nicht, die Themenansätze für uns wenig erfahrenes Publikum zu vereinfachen. Damit wir den jugendlich Schwarzen auch sofort als solchen anerkennen, ist er ein cooler Rapper, der Dr. Dolittle ständig mit Dr. D anspricht; für das Unangenehme an Dolittles Situation, der einen einsamen ökologischen Kampf kämpft, darf eine Handvoll analer Humor herhalten; die Ängste von Dolittles Tochter, welche ebenfalls beginnt, die Tiere zu verstehen, münden in einen ständigen Fluchtimpuls, und die organisierten Tiere dürfen mit einem schlechten russischen Akzent für Belustigung unter Vierjährigen sorgen. Deswegen lacht man bei "Dr. Dolittle 2" , wenn überhaupt, nicht mit dem Film, sondern über den Film, der sich permanent in den Fallstricken seiner wohlfeilen Nummernrevue verfängt. Kein Thema ist ausgearbeitet, und keiner der Sprüche mit dem Inhalt verbunden. Alles zielt auf den verräterischen Effekt ab, der sich aber nur im Lächerlichen vollzieht. Eine ganz wichtige Erkenntnis liefert der Film (in seiner deutschen Version) aber doch noch: Erkan und Stefan sind Ratten, aber das wussten wir eigentlich auch so schon.




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