VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Las Vegas- Zur Hölle und zurück (2000)


?Keine Pressevorführung, keine Material, totgeschwiegen?, so der Originalton vom Advanced-Filmverleih, der ?Luckytown? in den deutschen Kinos auswertet. Das ließ vermuten, dass ich den größten Abschaum der Filmgeschichte zu sehen bekommen würde. Ein irgendwie infiziertes Stück Zelluloid, dass selbst Mutter Theresa noch aus jedem Waisenhaus jagen würde. So arg kam es dann zum Glück doch nicht.

Besagte ?Luckytown? des Titels ist Las Vegas. Der mythische Ort schlechthin. Eine Zivilisation, die echte Abenteuer und Thrill aus sich verbannt hat, schafft sich ihre Refugien, um die Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen. Wie bei einem Goldrausch zieht der künstliche Wunschtraum in der Wüste verschiedenstes Volk an. Es gibt schmierige Banditen, windige Glückssucher und die wenigen Ehrbaren, die versuchen, Gutes zu tun. Und es gibt Opfer, denn nicht jedem winkt das Glück. Der Mythos hat Einzelfälle von wenigen Gewinnern als Hintergrund, um sich im Bewusstsein der Gesellschaft übergroß zu reproduzieren. Hier erscheint auch Lidda mit ihrem Kumpel Colonel. Sie sucht ihren Vater, eine der windigen Existenzen als Pokerspieler. Er will den Weg ihres Vaters gehen.

Regisseur Peter Nicholas zeichnet kein detailliertes Bild von Vegas. Ihn interessieren nur seine Figuren. Die wenigen typischen Ingredenzien wie Casinos, Strip-Lokale, etc. dienen nur, um die entscheidenden Teile des Mythos zu bedienen. Denn den braucht ?Lucky Town?, damit er seine Geschichte vom erwachsen werden erzählen kann. Lidda und Colonel durchlaufen quasi einen Initiationsritus. Am Ende wird sie eine Frau und er ein Mann geworden sein. Gemeinsam, so die Botschaft, haben sie den Mythos, der sie einverleiben wollte, besiegt. Sie haben jetzt ihren eigenen Traum, ihr persönliches Glück, das sie leben wollen. Das ist nicht neu und da ?Luckytown? auch wenig Variationen des Themas anbietet, bleibt es ein grundsolider Film. Schade, das er mittendrin plötzlich zu so befremdlichen Mitteln greifen muss wie der ziemlich unmotivierten Annäherung zwischen Lidda und Colonel am Valentinstag, wohlgemerkt irgendwann in der Nacht im Hotelzimmer, das nur ein Bett hat. Aber vielleicht muss man, um das vollkommen verstehen zu können Amerikaner sein. Denn in Amerika ist auch der Valentinstag ein Mythos.

Ich persönlich halte es da aber lieber mit ?Manche mögen?s heiß?. Auch da ist vom Valentinstag die Rede, vom berühmten Massaker am Valentinstag und auch das ist wieder ein Mythos, zumindest im Film.






Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.