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Kritik: G-Men From Hell (2000)


Dieser Text richtet sich vor allem an die Bürger von Bochum, Gelsenkirchen, Köln, Ludwigshafen und Sindelfingen. Denn in diesen Städten ist „G-Men from Hell“ tatsächlich angelaufen. Weitere Städte hat die Internetsuche nicht ergeben. Wenn es in diesen Städten ein paar Fans von Mike Allred geben sollte, dann erlebt der Film vielleicht auch eine zweite Woche in den Kinos, denn einzig in den Spätvorstellungen abgeschoben dürfte wohl niemand anders Notiz von dem Werk nehmen.

Allen Fans der Comic-Vorlage sei gesagt: Der Wiedererkennungswert ist hoch, so hoch, dass eine Enttäuschung kaum möglich ist. Auch Nicht-Kenner des zugrundeliegenden Werkes der Pop-Kultur werden mit einem unterhaltsamen Film belohnt. Ja, es kann sogar mit Fug und Recht vermeldet werden, dass „G-Men from Hell“ gelungener ist als vor kurzem „X-Men“. Bevor sich die fünf Kinos jetzt aber nicht vor Zuschauermassen retten können, möchte ich einfach für die passende Einordnung hinzufügen, dass ich „X-Men“ ausgesprochen mau fand. Miese Story, in sich unlogische Action und letztlich dann so behäbig wie eine tote Kuh. Demgegenüber erweist sich „G-Men...“ als pfiffige Mischung aus Comedy-Elementen, Hardboiled-Story und natürlich auch Heldenabenteuer. Mag die Handlung bisweilen auch ein wenig der Dramatik entbehren, so beeindruckt im Gegenzug aber die stilsichere Atmosphäre, mit der das Geschehen in Szene gesetzt ist. Das ist schon eine würdig bizzare Umsetzung der ästhetischen Vorgabe. Die Schauspieler geben allesamt routinierte bis szenenweise mitreißende Vorstellungen ab, so dass von mancher Schwäche abgelenkt wird. „G-Men from Hell“ ist ganz sicher nicht die Kopfnuss für das Gehirn, an der man noch tagelang herumknackt und die auf ewig im Gedächtnis bleibt, aber Langeweile wird auch anders erzeugt. Die Verleih-Strategie von Advanced, der vor einer Woche bereits den ordentlichen „Luckytown“ hinterrücks gemeuchelt hat, indem er weder Werbung machte noch überhaupt den Film in vielen Kinos anlaufen lies, hat hiermit ein weiteres Glanzstück in der Kategorie Verluste machen geschrieben. Aber vielleicht ist man einfach nicht in der Lage, einen Film einzuschätzen.






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