VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Im Fadenkreuz - Allein gegen alle
Im Fadenkreuz - Allein gegen alle
© 20th Century Fox

Kritik: Im Fadenkreuz - Allein gegen alle (2001)


Als erste Vorhut einer ganzen Packung Kriegsfilme nimmt diese Bosnien-Rettungsaktion einen Spähposten im Kino ein, den sie mit einer naiven und gleichermaßen dreisten John-Wayne-Mentalität verteidigt. Der mit Feindbildern und Angstvorstellungen des völkermordenden, ruchlosen Serbenfreischärlers sorglos hantierende Actionthriller hat mit dem wahren Vorfall, auf den er sich übertrieben beruft, wie zu erwarten nicht mehr das geringste zu tun. Nach dem spektakulär gefilmten Abschuss einer F-18 hinter feindlichen Linien (so der O-Titel "Behind Enemy Lines") fährt Regisseur John Moore eine wahre Parade an patriotischen Gesten auf, die eine klare Rollenstilisierung in ein Gut-und-Böse-Schema vorsieht, dass wie die Werbebotschaft für die eigenen Jungs zur Stimmungsmache gegen ein minderwertiges Volk verkommt. Versatzstücke aus Bruckheimer-Clips und pseudo-dokumentarischer Look verschmelzen zu einem reaktionären Eintopf, dessen sporadische Actionszenen allerdings fesseln, aber die einfallslose Handlung kaum verhehlen und den üblen Geschmack des Imperialismus, dem alles Fremde indifferent ist, in ihrer Effektheischerei nur verstärken. Das anspruchslose und politisch ungelenke Balkan-Abenteuer steht nur am Anfang einer neuen Welle ("Black Hawk Down", "Hart's War", "We Were Soldiers") die kritiklos den Bellizismus und die eigene Armee preist, als hätte es Cimino, Coppola, Stone und Kubrick nie gegeben. Ein (ungewollt deutliches) Spiegelbild derzeitiger amerikanischer Befindlichkeiten seit dem 11.9. und dem Afghanistan-Krieg.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.