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Pokémon 3 - Im Bann des Unbekannten
Pokémon 3 - Im Bann des Unbekannten
© Warner Bros.

Kritik: Pokémon 3 - Im Bann des Unbekannten (2000)


Konnte man vom ersten Pokémon-Film sagen, dass er seine Herkunft als Merchandising-Katalysator für die Videospiele hervorragend verdeckte und auf seine Weise unterhaltsam war, konnte man dem zweiten Teil sogar richtige Qualitäten anheften, so ist Teil 3 mit dem imposanten Untertitel „Im Bann des Unbekannten“ all das, was man schon früher befürchtete: Selten habe ich einen Film gesehen, der so billig mit der Kitsch-Keule versuchte, den braven Kinofilm zu mimen, dabei aber unterschwellig nichts anderes als die Botschaft „Kauf mich!“ zu verbreiten. Ich weiß, dass Filme immer kommerziell sind, denn Filmemachen ist teuer. Dazu waren die ersten beiden Pokémon-Filme recht spaßig gemacht. Sie bauten eine ganze Welt um die Pokémons aus dem Gameboy auf, um den Käufern auch wirklich einen Grund zu geben, das Spiel zu spielen. Dies war eine perfide Marketingstrategie, aber gleichzeitig auch ein fantasieanregendes Erlebnis für die Zielgruppe. Kurzum: Die Filme machten Spaß.
Hier aber zeigt sich das Gegenteil. Hatten die alten Filme wirklich eine gute Message wie „Vertrau deinen Freunden“ zu tragen, so baut sich hier nur noch die Nachricht „Sei Pokémon-Trainer, um Freunde zu haben“ vor einem auf. Kauf Pokémon, sei glücklich. Wenn die kleine Molly in ihrem Kristallpalast auf die Rettung wartet, werden ihr von Icognito alle Wünsche erfüllt. Nur sind alle nicht real. Dass man Icognito auch gegen einen Gameboy austauschen kann, möchte ich hier mal am Rand erwähnen. Dies alles wäre nicht so schlimm, wäre der Film gut gemacht. Wenn man die Botschaft nicht allzu deutlich merkt, macht auch so ein Film Spaß. Aber hier haben die Macher gänzlich versagt. Es fängt bei der holprigen 2D-Animation an, die ja nicht negativ auffallen würde, wäre da nicht die teilweise wirklich ansehnliche Computergrafik, die sich dem entgegenstellt. Ein einheitlicher Look kommt so nie zustande. Dazu kommen noch die hölzernen Dialoge und eine grauenvolle Handlungsführung, die plump auf „Instant-Gefühlen“ basiert, als seien die aufdringliche Musik und kurzen Aufschreie der Charaktere genug Anhaltspunkt, wie man sich zu fühlen hat. Dies wird vor allem bei dem langgezogenen Finale überdeutlich. In Japan ist Teil 4 schon fertiggestellt, bis er aber kommt, wird noch Zeit vergehen, denn Serie wie Filme werden in den USA „generalüberholt“, bevor man sie einem westlichen Publikum zumutet. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier das Übel seinen Anfang nahm, denn die japanischen Macher sind bei den Credits zu „Pokémon 3“ nicht einmal mehr oben genannt. Hoffentlich wird Teil 4 wieder auf die Stärken der ersten beiden Filme zurückgreifen. Diese waren keine Meisterwerke, aber annehmbare Kinokost. Teil 3 ist leider verkorkst und einfach nur grauenhaft durchzustehen.





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