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Kritik: Road to Perdition (2002)


Ein eisiger Wind durchweht Sam Mendes ("American Beauty") neuen Film "Road to Perdition", der nicht zufällig im amerikanischen Winter angesiedelt ist. Einziges Element der Wärme in einer verrotteten Gangsterwelt sind die zwei zentralen Vater-Sohn-Beziehungen, welche das finstere Drama in Gang setzen. Tom Hanks verkörpert mit grimmiger Intensität ein Familienoberhaupt, das für einen irischen Unterweltboss als Killer arbeitet. Als er eines Nachts mit dem erwachsenen Sohn seines Arbeitgebers unterwegs ist, um ein unliebsames Mitglied der Gangstergesellschaft zur Ordnung zu rufen, endet das in einem Mord. Weil sein 12jähriger Sohn Zeuge dieser Tat war, landet er mit der ganzen Familie auf der Abschussliste. Dem folgenden Anschlag fallen die Ehefrau und das zweite Kind zum Opfer, während er selbst mit seinem Sohn ungeschoren davonkommt. Ohne zu zögern verlassen beide das gefährliche Heim, um sich auf den Weg der Rache zu begeben. Sam Mendes inszeniert diesen Weg als konsequenten Aufeinanderprall der familiären Linien. Der Killer, welcher seine Kinder niemals innerhalb des Unterweltzirkels sehen wollte, muss das einsame Geschäft der bedingungslosen Auseinandersetzung mit seinem ehemaligen Boss suchen, um für den letzten verbliebenen Nachkommen eine glückliche Zukunft zu ermöglichen. Sein Gegner besitzt als einzigen Halt in der verlogenen Gangsterwelt nur noch die Loyalität zu seinem Sohn, obwohl der Dreck am Stecken hat. Da das verwandtschaftliche Verhältnis das letzte Refugium positiver Werte ist, entwickeln die beiden Seiten eine unmenschliche Verbissenheit in ihrem Kampf. Mendes findet dafür Bilder von beindruckender Intensität, wenn er diverse Schießereien ohne Stilisierungsmätzchen in Szene setzt, oder solche von symbolischer Schönheit, wenn der 12jährige Junge durch eine verschwommene Glasscheibe sieht, als würde er in eine unsichere Zukunft blicken. So gelingt Mendes ein dunkles Märchen über die Eisigkeit der Gangsterwelt, über die gesellschaftliche Funktion des Vaters und die Hoffnung, welche in der Möglichkeit eines anderen Schicksals für die Nachkommen steckt.





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