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Kritik: Kommando Störtebeker (2001)


Otto Waalkes‘ große Zeit waren die 80er Jahre. Danach gab es nur noch wenige originelle Zuckungen, was dem Erfolg einiger seiner Filme aber keinen Abruch tat. "Kommando Störtebeker" setzt wieder einen neuen amüsanten Markstein in die öde Landschaft diesjähriger deutscher Komödien. Der Zeichentrickfilm, welcher auf die "Ottifanten"-Fernsehserie zurückgeht, spielt auf wilde Art und Weise mit einer Reihe von Legenden, Mythen und Kulten. Über die stolpert Paul Bommel, seines Zeichens Familienoberhaupt einer kleinen Familie aus der Vorstadt, auf der Jagd nach dem Schatz des berühmten Piraten Klaus Störtebeker. Paul hat auf der Schweinerennbahn 30.000DM Spendengelder seines Chefs verzockt, so dass er alles tun muss, um an die wertvollen Goldmünzen zu gelangen, zu denen eine Karte den Weg weist. Mit von der Partie sind auch das ständig ausreißende Baby Bruno und der zupackend-selbstbewusste Opa Bommel.

Als durch Hamburg ziehendes Katastrophenteam landen die drei am Set von James Bond, bei einem Fußballspiel zwischen Bayern München und St. Pauli sowie in einem Vergnügungspark mit Störtebeker-Geisterbahn. Die Schatzsuche, Teil vieler abenteuerlicher Phantasien und Legenden, führt unsere Ottifanten an die Punkte künstlich erschaffener Abenteuerwelten (Vergnügungspark, James Bond), den Ort verschiedener Mythen (St. Pauli) und die Kultinsel Sylt. Dabei spielt "Kommando Störtebeker" mit den entsprechenden Klischees der kämpfenden statt spielenden St. Pauli Fußballmannschaft, wenn dort Pfeil und Bogen zum Einsatz kommen, oder der Idylle Sylts, welche von einfallenden Schatzsucherhorden dem Erdboden gleich gemacht wird. Der Film verleibt sich diese Elemente geschickt ein, so dass eine Kommunikationskette aus den unterschiedlichen Phantasiewelten und Kulten entsteht. Der archetypische Traum vom großen Schatz spiegelt sich so in den Orten manifestierter Träume wieder, die mit ihrem Legendenhintergrund eine neue erschaffen: die von Paul Bommel.






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