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Escape to Life -The Erika and Klaus Mann Story
Escape to Life -The Erika and Klaus Mann Story
© Salzgeber & Co

Kritik: Escape to Life-The Erika and Klaus Mann Story (2015)


In soliden Dokumentarfilmgefilden bewegt sich "Escape to Life". Das heißt, dass man während des ganzen Filmes das Gefühlt hat, die beiden Regisseure haben ihrer Verpflichtung der gründlichen Recherche genüge getan. Insofern erfährt man auch einiges über die historischen Fakten der Menschen Erika und Klaus Mann, die sich so nahe standen und ähnlich waren, dass sie oft behaupteten, Zwillinge zu sein, obwohl das nicht stimmte. Dem Innenleben der beiden, die durch ihre Flucht vor dem Naziregime des dritten Reichs zur Heimatlosigkeit verdammt waren, nähert sich der Film aber nur auf höchst zähe Art und Weise. Möglicherweise gaben die Dokumente nicht viel mehr her, aber in jedem Fall wäre nötig und möglich gewesen, eine intensivere Verbindung vom künstlerischen Schaffen zu ihren tatsächlichen Lebensumständen zu ziehen. Hier findet im Wesentlichen nur eine nüchterne Aneinanderreihung des gefundenen Referenzmaterials verbunden mit Zeitzeugenaussagen wie zum Beispiel des Schauspielers Igor Pahlen statt. Nur zwischendurch gibt es ein paar Spielszenen nach Klaus Manns Werken, die zum einen hölzern gespielt sind, zum anderen ohne Wirkung bleiben. Damit haben Andrea Weiss und Wieland Speck sich fast gänzlich der Möglichkeiten des Films beraubt, mit Hilfe von geschickter Montage, Musikeinsatz oder ähnlichem eine intensivere Wirkung zu erzielen. Sicher wäre ein solches Vorgehen manipulativ, aber jede Dokumentation besitzt durch die subjektive Auswahl des Verwendeten – eine solche Erkenntnis ist inzwischen eigentlich Allgemeingut - einen manipulative Blickwinkeleinschränkung. Insofern bleibt fraglich, ob nicht der sachliche, objektive Anstrich viel subtiler manipuliert, da der Zuschauer den Eindruck haben muss, die volle Wahrheit gesehen zu haben. Der hauptsächliche Blickwinkel von "Escape to Life" liegt auf den Emigrationsjahren und teilweise gelingt es dem Film auch, ein Stück Heimatlosigkeit deutlich zu machen, wenn Klaus Manns Drogensucht oder sein Verlust der Sprache angesprochen wird. "Escape to Life" bietet eine Menge Informationen über die Geschwister Erika und Klaus Mann, so dass er seine Existenz rechtfertigt. Die Machart ist hingegen so nüchtern und ohne eine besondere Bildästhetik, so dass der Einsatz auf der großen Leinwand nicht nötig ist.




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