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Kritik: Uzumaki (2000)


Jahre nach der ersten Manga-Welle ("Akira") und zu einem Zeitpunkt, wo diese längst als Kinderprogramm ins Privatfernsehen Einzug gehalten haben ("Sailor Moon") mehren sich japanische Realfilme, die auf Mangavorlagen basieren. Takashi Miike, die aufsteigende Galionsfigur, hat seine unberechenbare Wildheit oft aus den buchdicken Comics kondensiert. Die ungezügelten Phantasien und ausgewachsenen Verrücktheiten des gleichnamigen Manga von Junji Ito hat der Newcomer Higuchinsky (ein Pseudonym von Akihiro Higuchi) für sein Erstling inspiriert, aber gleichzeitig auch schwer überfordert. So holpert seine betont schräge Mystery-Geschichte keinesfalls stilsicher durch sich arg langsam häufende Vorkommnisse, die recht phlegmatisch aus der Perspektive der Schülerin Kirie ihren Verlauf nehmen. Higuchinsky gelingt weder Spannung noch Intensität, allenfalls zeigt er für das Monströse Interesse - aber das kann sich sehen lassen: selbständig rollende Augen, vielfach verdrehte Menschenkörper, humanoide Schnecken, eine meterhohe, vielgliedrige Haartolle: die Faszination an der Spirale zieht sich als Hauptattraktion durch den Film und sei es als Suchbild - computeranimierte Wirbel am Bildrand. Fast monochrome Bilder und eine einschläfernde Stimmung geben "Uzumaki" einen surrealen Touch wie ein (Alb)Traum. Doch Higuchinsky kann die bizarren Ideen der Vorlage nicht in einen packenden Plot integrieren und dümpelt gelangweilt vor sich hin. Vielleicht liegt ihm auch nichts an einer herkömmlichen narrativen Dramaturgie, doch eine nennenswerte Alternative dazu entwickelt er leider auch nicht.




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