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Die Mothman Prophezeihungen
Die Mothman Prophezeihungen
© Concorde

Kritik: Die Mothman Prophezeihungen (2001)


Im Falle von "The Mothman Prophecies" überzeugt vor allem das virtuose Gewebe, welches sich aus den einzelnen Strängen ergibt. Ein zentrales Thema im Geflecht ist die Trauer eines Starreporters der Washington Post. Seine Frau stirbt an den Folgen eines Autounfalls. Auch zwei Jahre später hat der Reporter den Verlust noch nicht überwunden. Auf einer nächtlichen Autofahrt legt er innerhalb kurzer Zeit eine Streckenlänge zurück, die jegliche physikalische Regel außer Kraft setzt. Das Auto bleibt auf dem Highway liegen und der Reporter hat keine Ahnung wie er überhaupt in das kleine Provinzkaff am Ohio-River gekommen ist. Noch bevor er sich am nächsten Tag wieder auf den Rückweg machen kann, erfährt er, dass in letzter Zeit seltsame Dinge in der Umgebung vorgefallen sind. Verschiedene Menschen berichten von einer großen, dunklen, engelsförmigen Gestalt mit glühend roten Augen, die ihnen erschienen ist. Manche haben sogar Katastrophenwarnungen bekommen, die später in Erfüllung gingen. Ähnliche Gestalten hatte die Frau des Reporters vor ihrem Tod im Krankenhaus gezeichnet. So schließt sich der Kreis zwischen persönlichem Schicksal und mystischer Prophetie. Dem Genre entsprechend fächert "The Mothman Prophecies" verschiedene Erklärungsmöglichkeiten für das unheimliche Geschehen auf, die von optischer Täuschung bis zu Wahnsinn reichen. Mitten drin befindet sich Richard Gere als trauernder Reporter, der nur begreifen will, was seiner Frau damals passierte. Auf der Suche nach der Lösung entwickelt sich für ihn das mystische Element zu einem elementaren Bestandteil seines Aufarbeitungsprozesses. Erst indem er der engelsförmigen Gestalt einen Sinn geben kann, fällt die Last des Unglücks von ihm ab. So entwickelt der Film eine wunderbare psychologische Komponente, die der klassischen Thematik eine neue Bedeutungsebene hinzufügt. Alles in "The Mothman Prophecies" greift ineinander. Kein Detail steht für sich alleine. Zusammen mit der atmosphärischen Inszenierung aus schauerlichen Auftritten der Gestalt, bedeutungsschwangeren Bildern von möglichen Katastrophenorten und mystischen Hinweisen ergibt sich ein kunstvolles Gesamtbild.




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