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Kritik: The Deep End - Trügerische Stille (2000)


Ein Film Noir unter der Sonne Kaliforniens: Wenn Margaret Hall alias Tilda Swinton aus dem Küchenfenster ihres Häuschens blickt, sieht sie das amerikanische Idyll rund um den Lake Tahoe. Praktisch allein erziehend (ihr Ehemann ist auf einem Flugzeugträger stationiert), kümmert sich Margaret um den Haushalt, ihre drei Kinder und den grenzsenilen Schwiegervater - bis ihr wohl organisiertes Kleinstadtleben aus dem Ruder läuft. Denn Margarets 17-jähriger Sohn Beau (Jonathan Tucker) fühlt sich zu Darby (Josh Lucas) hingezogen, einem zwielichtigen Verführer, der in Reno einen Schwulenclub betreibt. Als Darby unter dubiosen Umständen ums Leben kommt, versucht die Mutter ihren Sohn zu schützen und den Vorfall zu vertuschen. Doch dann tritt Alek Spera (Goran Visnjic aus "E.R.") in ihr Leben und versucht die Hausfrau zu erpressen.

Wem dieser Plot bekannt vorkommt, hat Recht: "The Deep End" ist nach dem Roman "The Blank Wall" von Elisabeth Sanxay Holding entstanden, den Max Ophüls bereits 1949 mit James Mason und Joan Bennett auf die Leinwand brachte. Die Filmemacher Scott McGehee und David Siegel sorgten allerdings für eine zeitgemäße Aktualisierung dieses Melodrams um Mutterliebe und Familie, und so entstand eine Art Film Noir im Sonntagskleid: "The Deep End" ist das Gegenteil von einem Action-Thriller - den beiden Regisseuren, die außerdem auch das Drehbuch schrieben, ging es vielmehr um die Zwischentöne eines Dramas, dessen Heldin die Kontrolle zu verlieren droht. "Wir sind selber Kontrollfreaks", sagen Siegel und McGehee über ihre Art des Filmemachens - kein Wunder, dass sie sich gerade diesen Stoff zueigen machten.






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