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Kritik: Nix wie raus aus Orange County (2001)


"Nix wie raus aus Orange County" ist im Grunde genommen ein Lehrstück über den Wert der Heimat sowie das künstlerische Schaffen. Für einen jungen High School-Schüler hat der Ort seiner Herkunft, Orange County, zunächst gar keinen Wert. Ein Buch, das er zufällig am Strand gefunden hatte, brachte ihn zur Literaturliebhaberei. Um seine eigenen Fähigkeiten als Autor zu vervollkommnen, möchte er unbedingt in Stanford studieren, da er glaubt, die Lehreinrichtungen von Orange County, wo Surfen die liebste Beschäftigung ist, seien nicht geeignet. Leider verwechselt die Büroangestellte seiner Schule, welche für die College-Anmeldungen zuständig ist, sein Zeugnis mit dem eines wenig begabten Mitschülers. Die Folge: Unser Nachwuchsschriftsteller wird abgelehnt. Als auch noch ein wichtiges Treffen mit einem älteren Ehepaar, das mit seinem Einfluss vielleicht doch noch einen Studienplatz in Stanford ermöglichen könnte, in einer Katastrophe endet, weil die chaotische Familie sich von ihrer asozialsten Seite zeigt, scheint alles verloren. Kurzentschlossen fährt der niedergeschlagene Schüler mit seiner Freundin und dem Bruder zur Elite-Uni, um persönlich das Notenmissverständnis aufzuklären. Mit großem Einsatz setzt sich hier der Bruder, welcher zu Hause noch auf derbe Weise die wichtige Unterredung mit dem einflussreichen Ehepaar gestört hatte, indem er in Unterhosen nach seiner Urinprobe gesucht hatte, für den armen Schüler ein. "Nix wie raus aus Orange County" gelingt das Kunststück, die anfänglich widerlich auftretenden Charaktere wie die versoffene Mutter oder den asozial agierenden Bruder langsam ins Herz des Zuschauers zu spielen. Die Art, wie der Bruder nach dem Sex mit einer Büroangestellten der Stanford-University völlig bekifft das ganze Gebäude anzündet, bildet einen komödiantischen Höhepunkt jenseits brachialer Derbheiten. Der große Unterschied zwischen "Nix wie raus aus Orange County" und ähnlich gelagerten Filme besteht darin, dass hier darauf verzichtet wird, die Charaktere vorzuführen. Als es wirklich zählt, steht die Familie zu ihrem talentierten Nachwuchsschriftsteller, der dadurch erkennt, das die Heimat für die eigene kreative Energie unersetzbar ist.





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