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Kritik: Eine Liebesgeschichte (1999)


Italienische Romanzen benötigen nicht den sprichwörtlichen Fellini-Touch, um zu verzaubern, wie unlängst der himmlische "Brot und Tulpen" bewies. Dass es auch umgekehrt geht und das vom Staatsfernsehen RAI produzierte mediterrane Werk den Anmut eines deutschen TV-Trauerspiels birgt, belegt dieses künstlerisch angehauchte Beziehungsdrama.

Dabei steckt in der in Kapitel aufgeteilten Geschichte einer zwei Jahrzehnte nicht glückenden Liebe, vorgetragen in theaterhaften Zwiegesprächen, ein nonkonformistisches Potenzial. Eine die Figuren umkreisende, entfesselte Kamera spart minutenlang jeden Schnitt aus. Damit keimen Hoffnungen und gleichzeitig Ansprüche, die die absolut Charme- und Chemielose Chronik nicht zu erfüllen vermag.

Regisseur Gianluca Tavarelli ("Portami Via") hatte einen ambitionierten "Harry und Sally" im Sinn, der den Ephronschen Screwballwitz mit Melancholie eintauscht, doch ein dermaßen oberflächlich dahinschwafelndes Drehbuch dörrt jeden Kino-Fakir aus. Den geschwätzigen Dialogen haftet etwas dermaßen lebloses, lapidares an, dass nur die "dogmatischen" Lichtverhältnisse - der Film spielt meist im preiswerten Halbdunkel - dieses inhaltliche Manko visuell überbieten.

Zudem hat Tavarelli für die männliche Hauptrolle den wohl apathischsten Landsmann ausgegraben, den das Berlusconi-Reich zu bieten hat: so eine Schlafmütze wie Fabrizio Gifuni hat das Kino noch nicht erblickt. Und der arme Mann muss alle zwei Minuten "molto, molto bene" sagen, was sich wie ein Mantra der Verzweiflung anhört. Letztlich ist nicht nur der Ablauf einförmig, auch wollen die sympathischen Momente nicht zünden und ich kenne amerikanische Konsumklamotten, die tiefsinniger als das hier sind. Nur folgerichtig, dass einen das Schicksal der beiden Protagonisten nicht im geringsten reizt.





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