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Kritik: Super 8 Stories (2000)


Regisseur Emir Kusturica ist nicht nur ein guter Regisseur, sondern auch ein ganz passabler Gittarist. Wer seinen Film „Schwarze Katze, Weißer Kater“ gesehen hat, wird sich an die mitreißende Musik erinnern. Rasanter Punk-Polka- Rock ‚n’ Roll ist nur eine schlechte Umschreibung für den Stilmix seiner Band. Das No Smoking Orchestra hatte Ende der 80er Jahre riesigen Erfolg in ganz Jugoslawien. Überraschenderweise, denn ihre Musik und ihre Musiker entziehen sich den gängigen Vorstellungen. Ihr revolutionärer Geist, der genau in das quirlige Sarajevo ihrer Gründungstage passte, wirkt 20 Jahre später wieder aktuell und bietet jetzt erst recht eine Alternative zum musikalischen Einheitsbrei.

Aus privaten Archivbildern, Sendungen des jugoslawischen Fernsehens und aus Betacam-Mitschnitten der Konzerte und Touren der Band bastelte Kusturica Super 8 Stories. Ganz im Sinne des Stils der musikalischen Collage der Band also. Das ist zum Teil wild und ungewöhnlich, manchmal intensiv, bisweilen aber auch langweilig. Jedes Band-Mitglied wird einzeln vorgestellt, was den Fan natürlich begeistert. Andere wünschen sich, Kusturica würde das Muster brechen.

Das wirklich Spannende an „Super 8 Stories“ sind die ungeschönten Szenen hinter der Bühne. Traurigkeit, Euphorie oder Egozentrik - die Mitglieder der Band lassen tief blicken. Die Ehrlichkeit der Band ist auch die Ehrlichkeit des Films. Beide wollen es dem Betrachter nicht leicht machen. „Super 8 Stories“ ist ein interessanter, ja ein guter Film. Besonders für denjenigen, der sich für die Musik erwärmen kann.






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