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Kritik: Piñero (2001)


Wohl kaum ein moderner Autor ist so eng verbunden mit der Stadt-Poesie - gewöhnlich Slam Poetry – wie Miguel Piñero. Wohl auch deshalb bot man ihm Rollen in Großstadtserien wie "Miami Vice" und "Einsatz in Manhattan". Folglich ist dieser Film nicht nur ein intensives Porträt eines exzessiven Schreibers, sondern auch ein Denkmal der Stadt, die ihn hervorgebracht hat – DIE Stadt nämlich, New York.

Glücklicherweise verkneift sich Leon Ichaso alle Sentimentalität und hetzt stattdessen in hektischen Schnitten - vorwärts und rückwärts, schwarz-weiß und grell-bunt - dem gierigen Leben von "Mikey" Piñero nach.
Naja; ein relativ gut aussehender, mäßig witziger Junkie, ein charmanter Dieb - mag man am Anfang noch denken, bis man die Performances sieht (und vor allem hört). Im Sing Sing schrieb Piñero sein erstes Stück: "Short Eyes", über das Knastleben. Damit wurde er zur Ikone aller jungen "Nuyoricans" (als solcher definierte er sich selbst), denen er ausserdem ein Café als Treffpunkt schenkte. Sein intensives Leben wurde schließlich aber immer schneller: Heroin und Kokain, die schicke Wohnung und der dreckige Van auf der Lower East Side, frühe Fans und spätere Rivalen...
Auf seiner Beerdigung gab es – wie er es sich wünschte – Wein und Poesie, seine Asche wurde auf der Lower East Side verstreut.

Benjamin Bratt ("Miss Undercover") kann man von jetzt an ernstnehmen. Stoned und klebrig statt gefönt und gebügelt läßt er alle Eitelkeit hinter sich und vollbringt es, einen charismatischen Künstler authentisch darzustellen.





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