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Jeepers Creepers - Es ist angerichtet
Jeepers Creepers - Es ist angerichtet
© Koch Media

Kritik: Jeepers Creepers - Es ist angerichtet (2001)


Lässt sich der Schrecken adäquat visualisieren? "Jeepers Creepers" formuliert gleich zwei Antworten darauf, was zugleich Stärke und Schwäche seines Horrorpotentials ist. Zu Beginn sehen wir ein harmloses Geschwisterpaar, das irgendwo auf einer amerikanischen Landstraße unterwegs ist, um nach Hause zu fahren. Die Unterhaltung zwischen Bruder und Schwester ist eher belanglos. Plötzlich taucht aus dem Nichts ein schmutziger LKW auf, dessen Fahrer partout nicht zu erkennen ist und sie von der Straße drängt. Das gab es schon in Steven Spielbergs "Duell", funktioniert aber auch heute noch sehr effektiv. Sofort ist eine allgegenwärtige, anonyme Bedrohung spürbar, die versunkene Ängste wachruft. Kurz nachdem die Geschwister weitergefahren sind, beobachten sie, wie vor einer einsamen, schäbigen Farmhausruine eine Gestalt menschengroße, verschnürte Pakete in ein Rohr wirft, das aus dem Boden ragt. Daneben steht der bewusste LKW. Trotz großer Angst meint der Bruder, dass sie den seltsamen Ereignissen auf den Grund gehen müssen, schließlich könnten Unschuldige in Gefahr sein. Lange Zeit lässt Regisseur Victor Salva im Unklaren, was überhaupt passiert. Der Truck, das alte Farmhaus oder ein bizarres unterirdisches Schreckenskabinett sind altbekannte Symbole des amerikanischen Genre-Films ("Texas Chainsaw Massacre") für den bösen Geist des öden Hinterlandes, in dem der wirtschaftliche Aufstieg nur selten spürbar ist. Hier befindet sich der optimale Nährboden für das Absonderliche, das den Protagonisten in "Jeepers Creepers" vollständig den Boden unter den Füßen wegzieht. Ohne Vorwarnung steht ihre Existenz zur Disposition. Dann aber entscheidet sich Regisseur Salva plötzlich genau zu zeigen, was vor sich geht. An dieser Stelle werden ihm nicht alle folgen, doch gerade die Deutlichkeit ermöglicht es, die Figuren direkt mit dem Schrecken interagieren zu lassen. Die Schwäche, die sich daraus ergibt, dass der subtile Horror des Unklaren durch eine simple Visualisierung ersetzt wird, gleicht Salva durch die sonst unmögliche direkte Verbindung zwischen Figur und Terror aus. Auf diese Weise bringt er eine neue Dimension der unterbewussten Ängste ins Spiel. Ein grimmiger, gemeiner Genre-Film.




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