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Kritik: Lovely Rita (2000)


Schmerzhaftes Kino aus Österreich ist spätestens seit Michael Haneke ("Die Klavierspielerin") ein Begriff, insbesondere für aufgeschlossene Filmliebhaber (die dann unfreiwillig zu Masochisten werden). Wo der Wiener Schmäh eines Hader noch Satire verheißt, bohrt Jessica Hausners in Cannes entdeckter und auf mehreren Festivals erfolgreich gelaufener Film schmerzhaft ins Fleisch. Befreiender Humor ist nämlich nicht Bestandteil dieser radikalen Realsatire.

Austria's Weirdest Home Video: Der Hauptdarstellerin Barbara Osika gelingt ein eindrucksvolles Portrait eines geistlosen Teenagers (einmalig: dieser leere Blick!). Hausner steckt sie in den erbarmungslosen Mief konservativer Mittelstandsspießigkeit, die ihr Leben als Abfolge von Hundstagen festlegt. Der Stumpfsinn und die Scheinmoral ihrer Lebensumstände spiegeln sich fast ungebrochen in ihrem Charakter. An widerwärtiger Echtheit sind Milieu und Figuren dieser Low Budget-Produktion nicht mehr zu überbieten.

Hausner setzt auf einen gnadenlos sezierenden Kamera-Blick, der kommentarlos und ungerührt jede schmuddelige Untiefe registriert, der aber manchmal auch übers Ziel hinausschießt. Dann wird "Lovely Rita" anstrengend und langwierig. Ansonsten eine gute Ergänzung zu Solondz' "Willkommen im Tollhaus" und Fassbinders "Warum läuft Herr R. Amok?".





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