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Kritik: Anam (2001)


"Anam" funktioniert nach einem verblüffend einfachen Konzept: Im Ergebnis wirkt der Film so, als hätten die Macher einfach das gemacht, was ihnen so gerade in den Sinn gekommen ist. Deswegen entwickelt sich der Kampf einer türkischen Mutter um ihren Sohn, der Drogenprobleme hat, als inkonsistentes Werk aus Komödie und Drama.

Die Türkin arbeitet in einer Putzkolonne, wo auch ihre beiden Freundinnen – eine rustikale Deutsche und eine lebenslustige Afrikanerin – Geld verdienen. Gemeinsam versuchen sie im unübersichtlichen Hamburg, den Sohn der Türkin zu finden, der neben der Sucht unter dem Einfluss eines fiesen Dealers steht. Dabei lernen sie einen freundlichen Polizisten von der Davidswache kennen, welcher als guter Geist des öfteren auftaucht, und treffen auf die Freundin des Sohnes, welche ebenfalls ein Junkie ist. In der Hoffnung so einen Weg zu ihrem Sohn zu finden, holt die Türkin dessen Freundin zu sich, um ihr zu helfen. Eine soziale Spontaneität, die typisch für "Anam" ist.

Man könnte den Film am ehesten als eine Ode an Lebenslust, das Ausleben plötzlicher Einfälle sowie das Übernehmen von Verantwortung in schwierigen Situationen beschreiben. Dementsprechend passt im Film auch nichts zusammen. Da lösen hochdramatische, traurige Szenen solche ab, die ausgesprochen amüsant sind. Der innige Wunsch der Türkin, Auto fahren zu lernen, was schließlich in einer ausgelassenen Fahrt mit all ihren Freundinnen am Strand kulminiert, hat in diesem Universum ebenso Platz wie schmerzliche Bilder eines Drogenentzugs. So gewinnt man über weite Strecken während der humorvollen Szenen den Eindruck, das mit Hilfe von praller Lebenslust das Problem einfach verdrängt werden soll, nur um schließlich doch wieder ins ernste Drama geholt zu werden. Verharmlosung trifft auf ihre Ad-Absurdum-Führung.

"Anam" besitzt sicher die besten Absichten und ist auf seine Weise auch interessant, aber ein guter Film ist es nicht geworden.





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