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The Devil's Rejects  Tiberius Film GmbH & Co. KG
The Devil's Rejects Tiberius Film GmbH & Co. KG

Kritik: The Devil's Rejects (2005)


Und dieses war sein zweiter Streich... Mit „The Devils Rejects“ legt Berufsfreak Rob Zombie seine zweite Regiearbeit vor, und wie nach „Haus der 1000 Leichen“ nicht anders zu erwarten, ist es ein Film geworden, der einen den tieferen Sinn von Altersfreigaben umgehend erkennen lässt. Brutal und sadistisch ist das Semi-Sequel „The Devil's Rejects“ ganz und gar nichts für zart besaitete Zeitgenossen. Nicht das im Verlauf des Films übermäßig viele Personen sterben würden (die meisten rafft es noch vor dem Vorspann dahin), es ist mehr die Art wie sie sterben, die einem übel werden lässt: Zombie lässt sich viel Zeit zur Inszenierung allerlei sadistischer Psychospielchen, so dass man als mitfühlender Zuschauer gelegentlich dankbar ist, wenn die Opfer der irren Firefly-Familie, oder vielmehr das was von ihnen übrig ist, endlich in Frieden ruhen können. Einige Szenen sind tatsächlich dermaßen sadistisch, dass sie kaum zu ertragen sind. Dass ich trotzdem weitergesehen habe, deutet auf das wohl irritierenste Merkmal des Films hin: Er ist brutal, er ist sadistisch, er ist total krank – und doch irgendwie lustig und unterhaltsam. Ein Film bei dem es einem schwer fällt zu sagen, dass er gut ist – über den man aber auch kaum anderes sagen kann.

Zombie zitiert sich munter durch die Splatterfilmgeschichte, nutzt als Basis aber ein anderes, typisch amerikanisches Genre: 70er Jahre Roadmovies à la „Ein ausgekochtes Schlitzohr“, in denen stets der Sheriff dafür verantwortlich ist, dass die Situation eskaliert, indem er sich ebenso besessen verhält wie die angeblichen Kriminellen die er verfolgt. . Es ist genau diese Grundkonstellation, die der Regisseur, hier allerdings in reichlich überspitzer Form, aufgreift: durchgeknallter Sheriff verfolgt ebenso durchgeknallte, flüchtende Kriminelle. Moralisch verwerflich, oder, bei Zombie, sadistisch veranlagt, sind sie alle, jene, die auf der Seite des Gesetzes stehen unterscheiden sich nicht im Geringsten von den Gesetzlosen.

Das Ganze wird getragen von einer hervorragenden Darstellerriege und ist sicher, man könnte fast sagen routiniert, inszeniert im verwackelten Handkamerastil. Am besten aber ist der, das brutale Geschehen ironisch kommentierende, 70er Jahre Rock-Soundtrack. Wenn etwa John Lennons „Free as a bird“ eine sadistische Folterszene untermalt, kann man kaum anders als über den Musikeinsatz schmunzeln – um sich gleichzeitig zu fragen, wie man etwas derartig Krankes lustig finden kann.

In diesem Sinne: Ein Film, den man nicht jedem empfehlen kann und gleichzeitig ein Film, den man Fans des Horror- und Splattergenres empfehlen muss.





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