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STIRB LANGSAM 4.0   2007 Twentieth Century Fox
STIRB LANGSAM 4.0 2007 Twentieth Century Fox

Kritik: Stirb langsam 4.0 (2007)


Schon als 1995 "Stirb langsam – Jetzt erst recht", sieben Jahre nach dem ersten Auftritt von Bruce Willis als John McClane in die Kinos kam, wurde in den Vorberichten zum Film immer wieder die Frage aufgeworfen, wie lange der damals 40-Jährige Willis eigentlich noch seinem Actionimage würde fröhnen können. Hätte Willis damals erklärt, er wolle auch in 12 Jahren noch als John McClane im Kampf Mann gegen Mann gegen geldgierige Terroristen antreten, manch einer hätte ihn wohl für verrückt erklärt und ihm dringend einen Imagewechsel angeraten. Die Zeiten haben sich geändert – oder eben auch nicht. Anfang des Jahres war der inzwischen 61jährige Sylvester Stallone erneut als "Rocky Balboa" zu sehen, ein Wiedersehen mit Stallones "Rambo" soll im Jahr 2008 folgen. Im selben Jahr wird der dann 65jährige Harrison Ford, 19 Jahre nach seinem letzten Auftritt im Abenteureroutfit, noch einmal als Indiana Jones zu sehen sein. Dass Bruce Willis in "Stirb langsam 4.0" mit 52 Jahren nun also zum vierten Mal als zäher Ausnahmecop John McClane auftritt, ist da kaum noch der Rede wert – und fällt auch in der Filmhandlung kaum ins Gewicht. Körperlich ist Willis' McClane seinem jüngeren Hacker-Schützling und seinen Gegnern noch immer überlegen, er ist hart im nehmen wie eh und je und die Hiebe sitzen so treffsicher wie die Oneliner. Weil aber natürlich auch an Willis die vergangenen zwölf Jahre nicht komplett spurlos vorüber gegangen sind – die Haare sind weg, das Gesicht ist zerknautschter – muss ein kleiner Drehbuchtribut an das Alter schon sein. Und so ist es ein feiner und für die Glaubwürdigkeit der Figur ziemlich wichtiger Storykniff, dass Supercop McClane sich für die digitale Welt in etwa so wenig interessiert wie für HipHop, macht ihn dies doch zu einem ganz normalen, fraglos gut durchtrainierten, aber eben nicht alterslosen Polizisten. Ausreichend Action bietet das digitale Szenario allemal, denn immerhin werden ja auch PCs von Menschen bedient, und irgendwo am Ende eines Glasfaserkabels findet sich immer ein fieser Gangster/Terrorist, dem McClane zeigen kann, was ganz analoge Fäuste so anrichten können. Wie schon in Teil drei hat McClane im Kampf gegen die digitalen Terroristen tat- wenn auch nicht sehr schlagkräftige Unterstützung. Justin Long als gelegentlich doch etwas zu gut informierten, übertalentierten Hacker Matt Farrell schlägt sich nicht schlecht angesichts der Tatsache, dass der in seiner maßgeschneiderten Rolle glänzend aufgelegten Willis es ihm nicht wirklich leicht macht. Und auch die Nebendarsteller, etwa Maggie Q als asiatisches Kampfchick Mai, Kevin Smith als nerdiger Hacker Warlock, oder Mary Elizabeth Winstead als Lucy McLane sind ansehlich. Allein Timothy Olyphant in der Rolle des durchgedrehten Super-Bösewichts Gabriel bleibt ein wenig glanzlos (was aber auch nicht wirklich stört) Dass Stirb Langsam 4.0, so unterhaltsam er auch ist, trotzdem nicht ganz an die Vorgänger heranreicht und in manchem vielleicht eher Geschmackssache bleibt, liegt aber vor allem an zwei Dingen: 1. An dem Script, dass nicht ganz so ausgeklügelt ist wie etwa das des 1. Teils. Wenigstens eine Actionszene (in der McLane mit einem Kampfjet verfolgt wird) hätte man hier besser ganz gestrichen. Und 2. an der Inszenierung von Regisseur Len Wiseman, der eine besondere Vorliebe für eisblau-gefilterten Werbelook an den Tag legt und Actionszenen, ganz modern, in Kleinsthäppchen zerhackt eher chaotisch zusammenmontiert, was den Stunts leider nicht immer gut tut. Fazit: Nicht die brillanteste, aber vor allem Dank Bruce Willis als "Kampfsau" McClane doch in jedem Fall sehenwerte Fortsetzung.





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