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Kritik: Die wilden Hühner (2005)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit der 1993 gestarteten Jugendbuchreihe "Die Wilden Hühner" gelang der Schriftstellerin Cornelia Funke (Jahrgang 1958) ein großer Erfolg. Der Charme der Geschichten besteht unter anderem darin, dass sie so bodenständig sind. Während die Figuren anderer Jugendromane Verbrechen aufklären, sind die Abenteuer der titelgebenden Mädchenbande recht nah am Leben echter Heranwachsender. Diese Stärke findet sich auch in der ersten Verfilmung, die inhaltlich vor allem auf dem dritten Band "Fuchsalarm!" beruht. Der 2006 uraufgeführte Film kommt zum 15-jährigen Jubiläum nun erneut auf die Leinwand.

Das Werk wirkt auch heute noch unterhaltsam und humorvoll. Die fünf Protagonistinnen tragen zwar stereotype Eigenschaften, werden aber auch mit ausreichend Ecken und Kanten versehen. Auf sympathische Weise erzählt "Die Wilden Hühner" von Freundschaft unter Schülerinnen, von Zusammenhalt und Vertrauen. Die jungen Darstellerinnen harmonieren gut miteinander – und auch die Jungs dürfen mehr als nur Klischees verkörpern. Ebenso werden Eltern-Kind-Beziehungen mit Feingefühl behandelt. Die Regisseurin Vivian Naefe, die auch die Fortsetzungen "Die Wilden Hühner und die Liebe" (2007) und "Die Wilden Hühner und das Leben" (2009) in Szene setzte, wirft ihr Ensemble nicht in überdrehte Action-Situationen, sondern widmet sich oft dem Alltag der Kids.

Deutsche Schauspiel-Stars wie Veronica Ferres, Axel Prahl und Jessica Schwarz treten als Elternteile oder Lehrkräfte auf und sind in ihren Rollen deutlich weniger überzeichnet, als man dies von Erwachsenenfiguren in ähnlichen Filmen kennt.

Fazit: Eine angenehm bodenständige Jugendbuchadaption mit einnehmenden Figuren und glaubhaftem Plot.




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