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Asterix bei den olympischen Spielen
Asterix bei den olympischen Spielen
© 2007 Constantin Film, München / Les Editions Albert René / Goscinny-Uderzo

Kritik: Asterix bei den olympischen Spielen (2008)


"Hauptsache bunt, strotzend von aufgekratzter Albernheit – fertig ist die Comic Comedy. Das ganze dann noch garniert mit internationalen Comedygesichtern, von wegen Bekanntheit und Fördermitteln..." So in etwa muss sich das Brainstorming des Produktionsteams hinter dem jüngsten Asterix-Realfilm-Abenteuer angehört haben. Herausgekommen ist ein pappiger Europudding, der weder der charmanten und bekannten Comic-Vorlage gerecht wird, noch als eigenständiges Werk überzeugt.

Inhaltlich entfernt sich der Film tatsächlich sehr weit vom Original, was der Story überhaupt nicht gut tut: Ein einfältiger romantischer Handlungsstrang und die alte Brutus/Cäsar-Kiste werden lose an den Comic Plot gepappt. Andererseits muss man dabei dann wieder einräumen, dass letzteres zumindest die einzig gute schauspielerische Leistung und den einen oder anderen halbwegs lustigen Gag hervorbringt: Der Belgier Benoît Poelvoorde spielt nämlich als fieser Brutus unverdrossen wacker gegen einen gruselig albernen Bully und Monsieur Alain Legende-Moi Delon als Cesar an.

Das üppige Euro-Budget wurden augenscheinlich in Brocken verteilt: Auf einen aufwendigen Kameraflug über die üblichen französischen Landschaften folgt das antike Griechenland mit animierten Kulissen, die an ein billiges (und leicht veraltetes) Computerspiel erinnern. Das legendäre unbezwingbare Dorf sieht hingegen aus wie Spielzeug. Was ja vielleicht gar nicht so schlimm wäre – wenn man sich dann mal für einen durchgängigen Look der Asterixwelt entschieden hätte.
Ein Großteil des Geldes floss offensichtlich in das große Wagenrennen zum Finale, mit opulenten Kulissen und peitschender Action. Nur schade, dass der Ausgang dank der schludrigen Charakterführung so egal ist.
Zu den Charakteren. Das wären: Gerard Depardieu, an sich durchaus passend besetzt, aber offensichtlich nicht ganz bei der Sache - Obelix mag zwar tumb, aber auf keinen Fall scheintot sein. Über den Titelhelden, neu besetzt mit Clovis Cornillac, mag ich mir eigentlich gar kein Urteil erlauben - geht er doch in der Handlung völlig unter und ist nur sporadisch zu sehen.

Immerhin gibt es aber für Kinder, so im Alter von 9 bis 11, genug Story und Spektakel. Schade, dass Erwachsene, unter denen sich immerhin die meisten Fans der Comics finden dürften, mit Sportler-Cameos und etlichen Anspielungen auf Rollenklischees abgespeist werden. Was zum Teil eine arge Verunstaltung des Charakters mit sich bringt – dürften doch die wenigsten ausgerechnet Obelix mit einem wortgewandten Romeo à la Cyrano de Bergerac assoziieren...
Trotz allem: Einen guten Zweck erfüllt der Film – er macht Lust, mal wieder in die zeitlosen Comic-Klassiker zu schauen.





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