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Big Stan - Plakat
Big Stan - Plakat
© 2009 Twentieth Century Fox

Kritik: Big Stan (2007)


Finales Desaster trifft auf manche Filme gleich in mehrfacher Hinsicht zu: Story, Darsteller und Komik, alles im wahrsten Sinne des Wortes für die hintere Körperöffnung. Nach längerer Absenz mit einer Titelrolle, kehrt Adam Sandlers Witzverlängerung Rob Schneider auf die große Leinwand zurück und beschert dem ahnungslosen Kinofreund eine frühsommerliche Groteske, dessen deutscher Untertitel alles vorwegnimmt: Kleiner Arsch ganz gross! Selten wurden Enddarm-Klamauk und Fäkalwitz derart überstrapaziert und selten zuvor war es so nötig nach dem Sinn eines Streifens zu fragen. Am unverständlichsten, der endgültig letzte Auftritt David Carradines, des Mannes, der den Kung-Fu-Trash salonfähig machte und der mit seiner Rolle in Quentin Tarantinos "Kill Bill" ein für allemal Kultstatus erlangte. Und auch bei Jennifer Morrison (Dr. House´s Assistentin aus Stafel 1-3) kann nur gerätselt werden, was die junge Schauspielerin geritten hat, in diesen meschuggenen Machwerk mitzuwirken.
Der Inhalt dieses Zelluloid-Dünnpfiffs lässt sich schnell subsumieren: Der Immobilienbetrüger Stan Minton (Rob Schneider) ist mit seinen Machenschaften aufgeflogen und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Mit Hilfe seines schmierigen Anwaltes (M. Emmet Walsch) gelingt es ihm den Strafantritt um sechs Monate zu verschieben. Die Zwischenzeit wird dazu verwendet, um für die Dinge zu "trainieren", die ihn im Knast erwarten. Stan ist nicht gerade ein Gigant von Statur und obendrein eine ziemliche Mimose. Beste Aussichten, um ganz schnell sehr viele intime Freundschaften im Gefängnis zu schließen. Es gibt nur einen Weg dem "analen Armageddon" zu entgehen. Stan muss binnen kürzester Zeit noch härter als die übelsten Langzeitknackis werden. Nur gut, dass ihm just, einem gefallenen Engel gleich, ein absonderlicher Kung-Fu-Meister (David Carradine) über den Weg gelaufen ist. Das ultrabrutale Training, dazu gehören auch Abhärtungsspiele mit Gummidildos, verwandelt Stan innerhalb kürzester Zeit in eine gefährliche Kampfmaschine. Kaum im Gefängnis, muss Stan auch schon die Fronten klären. Und ganz egal ob Afroamerikaner, Skinheads, Puertoricaner oder übelste Vergewaltiger. Stan ist zu allem entschlossen.
Ein grausamer 110 Minuten langer Analwitz! Mehr über diesen Film zu schreiben, lohnt eigentlich nicht wirklich. Man möchte gar nicht alles aufzählen, was endlos im Hintern landet und wünscht sich beinahe, während man aus Schmerzgrinsen und Kopfschütteln nicht mehr herauskommt, die Macher hätten die fertige Filmrolle ebenfalls dorthin bugsiert, wo keine Sonne scheint. Rob Schneider ("Animal – Das Tier im Manne") möchte inzwischen wohl niemand mehr wirklich sehen. Der Schauspieler, der in der Gnadenperipherie eines Adam Sandlers, die eine oder andere Rolle ergatterte (ähnlich Owen Willson, der ohne Ben Stiller kaum zur Eigenständigkeit fähig scheint; nur noch viel schlechter), macht als tragende Figur einer Komödie soviel Sinn, wie ein Kühlschrank in der Arktis. Einziger Lichtblick vielleicht noch David Carradine, den natürlich der coole Hauch des mystischen Kampfkunst-Meisters stets umweht, der aber alle lieb gewonnenen Charaktere, die er in der Vergangenheit mimte, mit diesem Fäkalklamauk glatt in die Latrine spült. Traurig, wenn diese Rolle des kürzlich verstorbenen Stars, als letztes in der Erinnerung seiner Fans haften bleiben sollte.

Fazit: "Big Stan" ist der endgültige Abgesang auf Rob Schneiders Karriere und setzt einen wenig rühmlichen Schlusspunkt unter die Legende Carradine. Das ist widerlicher intelligenzloser Klamauk zum abgewöhnen, dessen Drehbuch besser in einem Plumpsklo verschwunden wäre. Wer David Carradine in guter Erinnerung behalten will, schaut sich lieber noch einmal die kultige "Kung-Fu"-Serie aus den 70ern an.




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